Schauspieler Klaus Wildbolz ist tot

Mit 79 Jahren

Schauspieler Klaus Wildbolz ist tot

Er war Direktor im Schlosshotel Orth, schipperte auf dem Traumschiff durch die Welt und ließ kaum eine der großen Krimiserien unbeehrt: Fernsehliebling Klaus Wildbolz ist im Alter von 79 Jahren in einem Spital seiner Heimatstadt Wien verstorben. Damit hat sich eines der bekanntesten TV-Seriengesichter für immer verabschiedet, wobei den Schauspieler nicht zuletzt seine Vielseitigkeit auszeichnete.

Schließlich reicht die Karriere von Klaus Wildbolz, der aus einer renommierten Schweizer Familie entstammte, weit über die eines reinen TV-Schauspielers hinaus, sondern erstreckt sich über Stationen wie dem Theater in der Josefstadt, die Salzburger Festspiele oder auch die große Kinoleinwand.

Geboren wurde Klaus Wildbolz als Zwilling (sein Bruder Jost machte später als Fotograf Karriere) am 25. August 1937 in Wien, wo er ebenso wie in Bern auch aufwuchs. Nach dem Besuch eines Gymnasiums in der Schweiz und der Handelsakademie in Wien, erwarb er ein eidgenössisches Handelsdiplom und absolvierte in der Schweiz auch den Militärdienst.

Zum Studium zog es den künstlerisch interessierten Jüngling dann aber wieder nach Wien, wo er bis 1960 am Reinhardt-Seminar lernte. Sein erstes Engagement erhielt der junge Mann mit dem Auftreten des erfahrenen Dandys am Stadttheater Luzern, bevor Engagements in Stuttgart, Düsseldorf oder Berlin folgten.

Von 1965 bis 1972 spielte Wildbolz am Theater in der Josefstadt, in der Saison 1973/74 im Theater an der Wien. Gastspiele führten den seit damals freischaffenden Schauspieler u.a. zu den Festspielen Recklinghausen, an das Renaissance-Theater Berlin, aber auch zu den Salzburger Festspielen.

Wildbolz2_310.jpg © APA

Ein Gentleman und Charmeur ist tot: Klaus Wildbolz. (c)APA

Die große Neuausrichtung seiner Laufbahn vollzog Klaus Wildbolz dann Mitte der 1960er-Jahre, als er erste Gehversuche im Fernsehen unternahm, bevor er Mitte der 70er-Jahre als Moderator der ARD-Quizshow "Schnick-Schnack" einem breiteren Publikum bekannt wurde. Auch war er als Synchronsprecher erfolgreich und hatte im Spionagethriller "Vollmacht zum Mord" (1975) an der Seite von Ava Gardner und Timothy Dalton ebenso einen Kinoauftritt wie zuletzt in Peter Luisis "Schweizer Helden" (2014).

Der wirkliche Durchbruch gelang dem Künstler jedoch dank seiner unzähligen Rollen in Fernsehserien, wobei kaum eines der renommierten Formate ohne den Frauenliebling auskam. Von "Ringstraßenpalais" über "Die Männer vom K3", von der "Schwarzwaldklinik" über den "Bergdoktor", von "Der Alte" bis zu "Derrick" war Wildbolz in den Gassenhauern des Genres zu sehen, was die "Tatort"-Folge "Mein ist die Rache" unter der Regie von Houchang Allahyari 1996 einschloss.

Direktor im "Schlosshotel Orth"

Vor allem aber die Partie des Wenzel Hofer, dem Direktor des "Schlosshotel Orth", machte Klaus Wildbolz mit 70 Einsätzen unsterblich in den Herzen seiner Fans. Im Jahr 2000 gab er bei der Erfolgsserie seinen Ausstieg bekannt und entschied sich, im Alter von über 60 Jahren beruflich neue Wege zu gehen. Allzu lange hielt es den agilen Schauspieler jedoch nicht in der selbst gewählten Pause, war er doch ab 2004 wieder regelmäßiger Gast in Fernsehserien und Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen.

Privat stellt der Krebstod seiner Frau Barbara im Jahr 2008 einen schweren Schlag für den leidenschaftlichen Oldtimerfahrer dar. Zuletzt war Wildbolz mit der Hamburgerin Nadine von Vöhren liiert.
 

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