Natascha: 
Ihre Tränen rührten alle

TV-Aufreger

Natascha: 
Ihre Tränen rührten alle

Sie fasziniert noch immer die Massen: Sonntagabend war Natascha Kampusch Talk-Gast bei Günther Jauch und hat selten so tiefe Einblicke in ihr Leben gegeben.
Aktueller Anlass: Nächste Woche Montag feiert ihr Kinofilm 3.096 Tage in Wien Weltpremiere. Und obwohl die 25-Jährige bisher nie öffentlich über sexuelle Übergriffe während ihrer achtjährigen Gefangenschaft sprach, machte sie bei Jauch eine Ausnahme. „Es war klar, dass Sexszenen auch im Film gezeigt werden“, so Kampusch.

„Täter konnte mir seinen Willen nicht aufzwingen“
Sie sprach über ihre Verzweiflung, der Situation derart ausgeliefert zu sein, und kämpfte mit den Tränen. Sie gab sich kämpferisch und berichtete, wie wütend es Entführer Wolfgang Priklopil machte, dass er ihr seinen Willen nicht aufzwingen konnte.
In Deutschland sahen 4,71 Millionen Zuschauer das Interview, in Österreich 154.000.

Ihre achtjährige Gefangenschaft hat sie seit 2006 hinter sich, doch noch immer hat Natascha Kampusch das Erlebte nicht vollständig verarbeiten können. Im 28-minütigen TV-Interview mit Günther Jauch (ARD) ­erklärte die 25-Jährige jetzt, warum sie überlegt, Österreich den Rücken zu kehren und warum sie kein Hungergefühl kennt. Die besten Passagen im Überblick:

  • Über das Verlies: „Es fühlt sich sehr gut an, zu wissen, dass das Verlies zugeschüttet wurde. Das war mir wichtig.“
  • Wie sie das Grauen der Gefangenschaft aushielt: „Das frage ich mich manchmal auch. Es war auch nötig, auf den Täter einzugehen und Verständnis aufzubringen.“
  • Über ihren Entführer: „Aus dem Täter sprach viel Verzweiflung, eine emotionale Instabilität. Ich habe immer versucht, bei meinen Gedanken, bei meinen Vorsätzen zu bleiben und Verständnis aufzubringen. Ich habe mir gedacht: Okay, dieser Mensch kann in dieser Situation nicht anders. Ich war häufig so verzweifelt über die Situation, dass ich ihm so ausgeliefert war. Aber er war auch verzweifelt, weil er mir seinen Willen einfach nicht aufzwingen konnte.“
  •  Über Essen: „Durch den Essensentzug habe ich das Hungerhaben oder das Gefühl, satt zu sein, verloren. Ich habe auch Schwierigkeiten, herauszufinden, was die richtige Nahrung für mich ist.“
  •  Über die Sexszenen im Film: „Es war Thema, dass das im Film gezeigt werden sollte. Im Buch geht es mehr um meine Gedankenwelt und meine Gefühle, und im Film soll das dem Zuschauer transponiert werden und er soll sich in die Lage selbst hineinversetzen können.“
  •  Über das Wiedersehen mit ihrer Familie: „Beide Seiten hatten nicht im Auge, dass die jeweils andere Seite so traumatisiert sein würde. Wir hatten uns alle noch so in Erinnerung, wie wir früher waren.“
  • Über Anfeindungen in Österreich: „Für mich ist das sehr schwer zu ertragen, weil ich fast dazu gedrängt werde, ins Ausland zu gehen oder mich umzubringen.“
Autor: D. Müllejans
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