So lief der Philharmoniker-Ball

Prunkvoll

So lief der Philharmoniker-Ball

Philharmoniker luden zum Ball im bekanntesten Konzertsaal der Welt.

Die wohl musikalischste Tanzveranstaltung im Wiener Ballreigen, der Philharmonikerball, hat in der Nacht auf Freitag im bekanntesten Konzertsaal der Welt seine 74. Ausgabe gefeiert. Das Fest, für den sich der Neujahrskonzert-Schauplatz Musikverein in den Farben Rot, Rosa und Weiß herausgeputzt hatte, war heuer nicht binnen weniger Tage, sondern schon nach fünf Stunden ausverkauft gewesen.

Diashow: Philharmoniker luden zum Ball

Philharmoniker luden zum Ball

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    Als prunkvoller Auftakt wurde im "Goldenen Saal" die Eröffnung des Balles zelebriert: Traditionell erklangen dazu die Töne der "Wiener Philharmoniker-Fanfare", die Richard Strauss eigens für diese Festlichkeit komponiert hatte. Anschließend gaben die Philharmoniker unter dem Dirigenten und ehemaligen Staatsoperngeneralmusikdirektor Franz Welser-Möst die schnelle "For Ever Polka" von Josef Strauß zum Besten.

    Etwas weniger Platz am Tanzparkett gab es dieses Jahr beim Einzug des Jungdamen- und Jungherren-Komitees unter der Leitung von Thomas Schäfer-Elmayer: Zur "Fächer-Polonaise" von Carl Michael Ziehrer und zur "Zwanzinette" von Franz Lehar zogen mit 101 Paaren so viele Debütantinnen und Debütanten wie noch nie ein. Nach den magischen Worten "Alles Walzer" wurde die bestens gefüllte Tanzfläche auch für die Gäste offiziell eröffnet.

    Viel Prominenz
    Sein Debüt am Philharmonikerball feierte auch Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ), der beim feierlichen Einzug in den Ballsaal gemeinsam mit seinen "lieben Freunden" Julia und Tobias Moretti in der vierten Reihe einmarschieren durfte. "Ich war zwar schon fünf-oder sechsmal am Opernball, aber hier bin ich heuer zum ersten Mal dabei. Ich erwarte mir Spaß, viele interessante Gespräche und schöne Musik", sagte Ostermayer.

    Dass der Ball heuer so schnell wie nie zuvor ausverkauft war, wunderte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) jedenfalls nicht. "Das macht die Tradition dieses sehr schönen Balles aus", meinte Häupl, der sich berufsbedingt auf zwei intensive Ballmonate freuen darf. "Manche sind ein bisschen anstrengend, aber die meisten sind sehr schön." Eher abwägend und etwas zögerlich beantwortete Häupl die Frage nach seinen tänzerischen Ambitionen: "Bin ich ein Tänzer? Ja, ja schon", schmunzelte er.

    "Die Philharmoniker sind eine Legende und eines der großartigsten Orchester der Welt. Da ist es einfach eine Ehre und große Freude, bei diesem Ball anwesend zu sein", erklärte auch Ursula Stenzel (ÖVP), Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt. Ins Schwärmen stimmte auch Mimin Sunnyi Melles ein, die stolz ihren Bayerischen Verdienstorden zur Schau stellte. "Es gibt nur einen derartigen Ball auf der Welt. Einfach großartig", meinte sie.

    Als Ball der Wiener Tradition gab es in diesem Jahr nur sehr dezente Neuerungen: Wie bereits im Vorjahr glänzten in den Frisuren der Debütantinnen zwar erneut Violinschlüssel, dieses Mal aber in Gold anstelle von Silber. Musikalischen Neuigkeitswert boten die "Philharmonia Schrammeln Wien", die im Heurigen Spezialitäten der Wiener Musik präsentierten.

    Als Gastgeber musizierten die Wiener Philharmoniker natürlich nicht nur bei der feierlichen Eröffnung. In kleinen Ensemble-Gruppen wurden die verschiedensten Klänge geboten - von Jazz und Blues, über Salonmusik und Wienerlieder war für jeden noch so speziellen Geschmack bis 5.00 Uhr früh etwas Passendes dabei. Apropos Geschmack: Während sich die Damen wie schon im Vorjahr über ein Schälchen der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten freuen durften, wurden die Herren mit Kipferln fürs Frühstück versorgt.