Früherkennung

Darmkrebs-Vorsorge kann Leben retten

Darmkrebs ist mit 400.000 Neuerkrankungen jährlich und mehr als 200.000 Todesfällen die zweithäufigste Krebserkrankung in der EU. Dabei wären 90 Prozent aller Todesfälle durch Früherkennung vermeidbar. Die Österreichische Krebshilfe startet deshalb mit Anfang März eine neue Kampagne, um die Vorsorge- bzw. Früherkennungs-Koloskopie ("Darmspiegelung") zu propagieren, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien.

Darmspiegelung
"Keine Ausreden mehr: Aus Liebe zum Leben", lautet das Motto. Immerhin erkranken in Österreich jährlich rund 4.600 Menschen an Darmkrebs, jeder zweite Betroffene stirbt an dieser Erkrankung. Dabei würde die Darmspiegelung im wahrsten Sinn des Wortes eine echte Vorsorge bedeuten. "Das Ziel dieser Untersuchung ist nicht, Darmkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen, sondern in der Entstehung zu vermeiden", so der Gastroenterologe Werner Weiss.

Gefahr bannen
Dickdarmkarzinome entwickeln sich zum überwiegendsten Teil über einen Zeitraum von vielen Jahren hinweg aus zunächst gutartigen Polypen. Diese kann man per Koloskopie entdecken und entfernen. Damit ist die Gefahr gebannt. Bei fortgeschrittenem Darmkrebs sind hingegen die Behandlungsmöglichkeiten trotz großer Fortschritte nur noch beschränkt. Die Empfehlung der Österreichischen Krebshilfe lautet auf eine Basis-Koloskopie mit dem 50. Lebensjahr und dann eine Wiederholung alle sieben bis zehn Jahre (www.krebshilfe.net und www.oeggh.at). Die Darmspiegelung mit modernen Methoden ist schmerzfrei.

Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda: "Nach rund zehn Jahren wiederholter Kampagnen gibt es Teilerfolge, aber immer noch vieles zu tun." Die Steigerung der Inanspruchnahme der Koloskopie um ein Prozent in der Bevölkerung senkt laut Berechnungen die Mortalität um drei Prozent. Eine Chemotherapie wegen fortgeschrittener Erkrankung verursacht laut der Organisation die 340-fachen Kosten gegenüber der Vorsorge-Koloskopie.

Gesunder Lebensstil wichtig

"Es ist mir ein Anliegen, auf die Bedeutung der Koloskopie und eines gesunden Lebensstils hinzuweisen, insbesondere auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung, zwei Faktoren, die nachgewiesenermaßen einen Einfluss auf die Entstehung von Darmkrebs haben," sagte Gesundheitsminister Alois Stöger (S). Er hat erst vor kurzem Aktivitäten zur Etablierung eines österreichweiten Darmkrebs-Screeningprogrammes angekündigt.

Pflicht-Termin!
"Es muss gelingen, die Darmspiegelung in den Köpfen der Menschen als Pflicht-Termin zu verankern," meinte Gastroenterologe Weiss: "Im Laufe der Jahre musste ich leider hunderten Menschen die Diagnose Darmkrebs mitteilen - und dabei wären 90 Prozent vermeidbar gewesen. Das ist sehr traurig und motiviert mich dazu, den Kampf nie aufzugeben." Mit 29. Februar wurde die Kampagne gestartet. Bis Anfang April sollen Krebshilfe-TV-Spots - in Kooperation mit "ORF Bewusst Gesund" - und Beiträge in den Printmedien möglichst viele Menschen zu der Untersuchung motivieren.
 

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