18. März 2011 17:30
Hintergrund
Das ist ein Lungen-Infarkt
Vorstufe zum Infrakt ist eine Lungenembolie.
Das ist ein Lungen-Infarkt
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Die Vorstufe zum Lungeninfarkt ist eine Lungenembolie. Dabei handelt es sich um einen plötzlichen Verschluss eines oder mehrerer Blutgefäße, die vom Herzen zur Lunge führen. Der Verschluss entsteht dadurch, dass Blutgerinnsel aus dem Körper über die Blutbahn in die Lungengefäße eingeschwemmt werden. Ein Blutgerinnsel bezeichnet man als Thrombose; ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel als Embolie.

Sauerstoffmangel und Belastung für das Herz
In der Lunge wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Ist ein Blutgefäß, welches vom Herzen zur Lunge führt, verschlossen, wird der betroffene Lungenabschnitt nicht mehr durchblutet und das Blut wird somit nicht mehr mit Sauerstoff angereichert. Die Folge ist ein Sauerstoffmangel und zusätzlich eine Belastung der rechten Herzkammer, da diese bei einer Lungenembolie gegen einen erhöhten Druck anpumpen muss.

Je nach Schwere unterschiedliche Symptome
Je nach Größe des verschlossenen Lungengefäßes kann eine Lungenembolie keine oder nur leichte Beschwerden verursachen. Genauso gut können aber auch schwerwiegende bis lebensbedrohliche Symptome auftreten.  Anzeichen für eine Lungenembolie sind eine beschleunigte Atmung, Atemnot, Schmerzen beim Atmen und blutiger Auswurf. Auch Herzschmerzen, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen können auf eine Lungenembolie hinweisen. Bei größeren Embolien stellen sich niedriger Blutdruck bis hin zum Kreislaufschock sowie Blaufärbung der Lippen ein. Bedrohliche Anzeichen sind plötzliche Atemnot, Angst bis hin zu Todesangst sowie Herz-Kreislaufversagen.

Schnelle Behandlung lebenswichtig
Bei den ersten Anzeichen für eine Lungenembolie muss sofort der Notarzt gerufen werden. Eine schnelle Behandlung steigert die Überlebenschancen. Wird die Embolie nicht rechtzeitig erkannt, kommt es zum Lungeninfarkt. Dabei stribt Gewebe in der Lunge ab. In einem von zehn Fällen kommt die ärztliche Hilfe zu spät. In Deutschland sterben pro Jahr bis zu 40.000 Menschen an einer zu spät behandelten Lungenembolie bzw. einem Lungen-Infarkt.

Risikofaktoren Thrombose, Alter, Übergewicht und Operationen
Besonders gefährdet sind Menschen mit Venenkrämpfen (Thrombose), Personen, die eine schwere Operation hinter sich haben und Übergewichtige. Auch bei längeren Bus- und Flugreisen droht die Bildung eines Blutgerinsels in den Beinen, das nach dem Aufstehen oder bei körperlicher Anstrengung in die Lunge wandern kann. Extrem gefährdet sind Bettlägerige und ältere Menschen.