Schokotest

Schoko-Nikolos: Nur drei bestanden Test

Teilen

Auf problematischen Zusatzstoff  E 476 wurde erstmals verzichtet.

Der Nikolaus hat sich einem Schokotest unterziehen müssen. Anlässlich des bevorstehenden besonders bei Kindern beliebten Festes am 6. Dezember sind 23 Schokoladenikoläuse überprüft worden. Nur drei Produkte haben beim Check in allen Bereichen grünes Licht bekommen, berichteten die Organisationen Greenpeace, Südwind, der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und die Arbeitergewerkschaft "pro-ge".

Ökologische Kriterien

Die Greenpeace-Konsumentenplattform marktcheck.at, die regelmäßig Verbrauchertests durchführt, hat die in Österreich erhältlichen Produkte auf ökologische Kriterien, Tierschutz und soziale Aspekte hin geprüft. Während bei den ökologischen Aspekten eine positive Entwicklung festgestellt werden konnte und die Hersteller erstmals ohne problematische Zusatzstoffe auskommen, war das Abschneiden im Bereich „soziale Aspekte“ eher schlecht. Bei mehr als die Hälfte der Schoko-Nikolos kann nicht nachvollzogen werden, ob in der Kakaoproduktion existenzsichernde Löhne bezahlt wurden und keine Kinderarbeit zum Einsatz kam.

Zusatzstoff E 476

„Dass wir den Herstellern seit Jahren auf die Finger schauen, zeigt Wirkung: Erstmals haben sie auf den von uns in den vergangenen Jahren kritisierten problematischen Zusatzstoff E 476 (wird als Emulgator eingesetzt, Anm.) verzichtet“, so Greenpeace-Sprecherin Claudia Sprinz. Aufholbedarf gibt es jedoch weiterhin im Bereich Gentechnik: „Leider ist bei einigen Produkten immer noch nicht auszuschließen, dass die verarbeitete Milch von Kühen stammt, die mit gentechnisch verändertem Futter ernährt wurden“, kritisierte Sprinz.

Bei umgerechnet 95 Prozent der Schokoladeprodukte in Österreich ist laut Bernhard Zeilinger, Leiter der Südwind-Kampagne "Make Chocolate Fair!", die Rückverfolgbarkeit nicht gegeben. Drei Viertel der in Österreich verarbeiteten Kakaobohnen stammen aus der Elfenbeinküste und Ghana, wo über zwei Millionen Kinder auf den Kakaoplantagen mitarbeiten und davon rund ein Zehntel unter sklavenähnlichen Bedingungen ausgebeutet wird.

Mehr Infos: www.marktcheck.at

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.