Vitamin D reduziert MS-Risiko

Sonnenvitamin

Vitamin D reduziert MS-Risiko

Vitamin D in ausreichenden Mengen im Blut senkt das Risiko, an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken. Zu geringe Blutwerte des "Sonnenvitamins" erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dieses neurologische Leiden zu entwickeln, berichteten Mailänder Neurologen am Wochenende auf dem 22. Meeting der Europäischen Neurologengesellschaft (ENS) in Prag.

Sonnenvitamin

Vitamin D bildet sich in der Haut bei Sonneneinstrahlung oder wird über die Nahrung aufgenommen. Da die meisten Menschen in gemäßigten Zonen an einer Unterversorgung leiden, gilt für bestimmte Bevölkerungsgruppen die Empfehlung, zusätzlich Vitamin D, etwa als Tropfen, einzunehmen. Wichtig ist das beispielsweise auch in Kombination mit Kalzium für Osteoporose-Patienten.

Vorteile

Doch auch MS-Patienten profitieren besonders von einer Supplementierung. Ein Wissenschafterteam um Vittorio Martinelli, Neurologe im San Raffaele Krankenhaus Mailand, überprüfte die Krankengeschichten von 107 Menschen, bei denen ein klinisch isoliertes Syndrom diagnostiziert worden war. Dieses neurologische Leiden ist ein häufiger Vorläufer der MS. Es zeigt sich durch eine schubweise Störung des Sehens oder der Gefühlsempfindung, die auf eine Schädigung bestimmter Teile des Zentralnervensystems zurückgeht.

Neben Magnetresonanz-Bildern überprüften die Forscher Testwerte zur Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor), die im EEG angezeigten Reaktionen auf Sinnesreize (das sogenannte "multimodal evozierte Potenzial") sowie die Serumkonzentration von Vitamin D3, das nach seiner Umwandlung durch die Leber Calcidiol (25-Hydroxy-Vitamin D) heißt.

Ergebnis
Das Hauptergebnis: 21 Prozent der Probanden entwickelten innerhalb eines Jahres eine klinisch eindeutige MS, binnen zwei Jahren 36 Prozent und binnen fünf Jahren 44 Prozent. Eine niedrige Vitamin D-Konzentration begünstigte die MS-Entstehung, wobei besonders die im Sommer gemessenen Werte aussagekräftig waren. "Vitamin D eignet sich sogar für die Prognose des MS-Risikos für Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom, sofern sie nur wenige Läsionen und noch keine Entzündungen im Liquor aufweisen", so Martinelli.

Zu wenig Vitamin D

Ein niedriger Wert für Vitamin D ist verbunden mit einem kürzeren Intervall zwischen dem klinisch isolierten Syndrom und dem Auftreten eines zweiten Schubes, sowie auch mit einer höheren jährlichen Rückfallrate. "Falls im Nervenwasser eine Entzündung (oligoklobale Banden) auftritt, sind die wichtigsten Prognosefaktoren für die kurzfristige Entwicklung einer MS der klinische Verlauf, ungewöhnliche EEG-Ergebnisse bei Sinnesreizen sowie im MRI sichtbare Läsionen", so die Mailänder Experten.

Die Liste der Studien, die den Vitamin-D-Mangel als einen möglichen MS-Risikofaktor darstellen, wird damit länger, während es andererseits auch immer mehr Hinweise auf eine positive Wirkung von Vitamin-D3-Supplementierung bei Patienten mit MS oder anderen Autoimmunerkrankungen gibt. Hier zeigen allerdings Untersuchungen iranischer Wissenschafter, dass auch eine potenzielle Überdosierung keine toxische Wirkung besitzt.
 

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