29. März 2019 09:54
"Deutschland"
Rammstein: So heftig ist das ganze KZ-Video
Bereits eine kleine Szene von 'Deutschland' regte auf, das ist das ganze Video.
Rammstein: So heftig ist das ganze KZ-Video
© oe24

Das neue Video der deutschen Band Rammstein sorgte schon für Wirbel, als nur eine kurze Szene zu sehen war. Jetzt ist das ganze Werk auf YouTube hochgeladen worden. Und in den knapp 15 Stunden seit dem Upload der Single "Deutschland" wurde das Musikvideo bereits über 5,5 Millionen Mal angesehen! Doch worum geht es in dem Filmchen, das zuvor schon so stark kritisiert wurde?

KZ-Hänge-Szene

In einer Szene stehen die Mitglieder der Band in Kleidung ähnlich derer von KZ-Häftlingen am Galgen. Einer trägt den Davidstern, ein anderer ein rosa Zeichen, mit dem homosexuelle Männer markiert wurden. Einige werden schließlich von einem SS-Offizier gehängt. Rammstein setzen sich punktuelle mit der Geschichte Deutschlands auseinander, neben der Zeit der Römer, dem Nationalsozialismus gibt es schließlich auch einen Ausblick in die Zukunft.

Kritisch und provokant

Darstellerin Ruby Commey schlüpft für den Clip in die Rolle der "Germania"; und diese schaut auch manchmal weg.... Es scheint, als ist das Lied als kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu verstehen, wenn man Zeilen hört wie: "Man kann dich lieben und will dich hassen." Oder: "Deine Liebe ist Fluch und Segen. Meine Liebe kann ich dir nicht geben." Das Video ist allerdings eine Gewaltorgie mit viel Feuer, und Provokation, wie wir es schon von Rammstein kennen. Diese Provokation geht vielen zu weit. Die Skandal-Rocker sind bekannt für ihre Tabu-Brüche, aber dieses Mal scheinen sie eine Grenze überschritten zu haben. 

Grenze überschritten

"Mit diesem Video hat die Band eine Grenze überschritten", kritisiert Charlotte Knobloch, Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland: "Wie Rammstein hier das Leid und die Ermordung von Millionen zu Entertainmentzwecken missbraucht, ist frivol und abstoßend", so Knobloch gegenüber "Bild". Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn nennt den Spot eine "Form von Leichenschändung. Völlig inakzeptabel!" Karin Prien, Sprecherin des Jüdischen Forums in der CDU, spricht von einer "widerlichen Geschmacklosigkeit", die nur dazu diene, "Klicks zu erzeugen".