Bowie: Sein Tod als letztes Kunstwerk

Abschied

Bowie: Sein Tod als letztes Kunstwerk

18 Monate lang hielt er Krankheit geheim und zeigte doch alles.

„Bowie war mein erstes Konzert und meine größte Inspiration“ (Madonna), „Sein Stern wird unseren Himmel für immer erleuchten“ (Paul McCartney) oder „Er war in einer Liga mit Elvis und Lennon“ (Noel Gallagher). Weltweite Trauer um die Musik-Ikone David Bowie († 69). Letzten Sonntag (10. Jänner) verlor die Legende (140 Millionen verkaufte CDs) ihren langen, stillen Kampf gegen den Leberkrebs.

Arbeit trotz Krebs
18 Monate lang hat Bowie seine Krankheit vor der Welt geheim gehalten und bis zum Schluss das Unausweichliche mit einer fast schon manischen Arbeitswut verdrängt. Das Theaterstück Lazarus, bei dessen Premiere er sich am 7. Dezember im New Yorker City Theatre ein letztes Mal der Öffentlichkeit zeigte und danach kollabierte. Die sieben Abschieds-Songs von Blackstar, zwei Videos und ein Dutzend Promo-Fotos, die ihn als strahlenden Lebemann zeigen. Dazu sogar noch fünf Demo-Aufnahmen für eine weitere CD. Das alles tat er sich zwischen der Chemotherapie und einem letzten Besuch in der britischen Heimat noch an.

Inszenierter Abschied
Erst zwei Tage vor seinem Tod, genau an seinem 69. Geburtstag, lieferte ­Bowie die Abschieds-CD Blackstar – ein düsteres Jazz-Werk voller Todessehnsüchte („Schaut her. Ich bin im Himmel. Jeder kennt mich jetzt“) und ein Video von unglaublicher Symbolkraft. Für Lazarus windet er er sich mit einer Augenbinde auf einem Krankenbett in (Todes-)Krämpfen. Noch nie inszenierte ein Popstar den nahen Tod so öffentlich – und doch so geheimnisvoll.

Heute wird er mit Blackstar zum ersten Mal in seiner 48-jährigen Karriere die Spitze der US-Charts stürmen. Morgen damit erstmals auch in Österreich Platz 1 erobern.

Kein Begräbnis
Ein Begräbnis gibt es nicht, Bowie wurde bereits wenige Stunden nach seinem Tod eingeäschert – dafür ein Tribute-Konzert. Am 31. März erwiesen ihm in der New Yorker Carnegie Hall u. a. Mick Jagger, Paul McCartney und Cyndi Lauper die letzte Ehre.

Thomas Zeidler

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David Bowie: 1947 - 2016

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