"Alle Südtiroler sind heimatnah"

Frei.Wild-Eklat

"Alle Südtiroler sind heimatnah"

Heimatlieder oder Rechtsrock? "Dann müssten alle Volksmusiker bei der NPD spielen."

Die südtiroler Band Frei.Wild sorgten für einen Eklat: So schnell sie zu der Echo-Verleihung eingelanden wurde, wurden die Musiker auch wieder ausgeladen. Gleich mehrere Bands kündigten an, nicht zu den Echos zu erscheinen, wenn Frei.Wild auf der Nominierten-Liste steht. Der Grund: Den Südtirolern wird rechtes Gedankengut vorgeworfen. Flugs wurden Frei.Wild von dem Musik-Event gestrichen. Nun äußerte sich Philip Burger, der Frontman der Band, erstmals zum Echo-Skandal.

"Alle Südtiroler sind heimatnah"
"Südtirol, sind stolze Söhne von dir. Unser Heimatland, wir geben dich nie mehr her", heißt es in einem Text von Frei.Wild. Heimatliebe oder schon Rechtsrock? Burger kann die Aufregung nicht verstehen. "Alle Südtiroler sind heimatnah und heimatverbunden, das ist in den Köpfen so drin", meint er gegenüber dem Express. "Die Faschisten unter Mussolini haben die deutsche Sprache verboten, bis heute gibt's Faschisten, die die Autonomie Südtirols über die Brücke schmeißen wollen. Das schweißt uns zusammen."

"Wir haben nichts mit Nazis gemeinsam", erklärt der Sänger weiter. "Außer vielleicht: 'Mein Land ist schön'. Aber das sagt doch fast jeder. Dann müssten alle Volksmusik-Bands bei der NPD spielen. Das wäre auch ein Nährboden. Wir mögen Südtirol, verachten aber Extremismus."

Rechtsradikal?
Dass Burger als Teenager selbst rechtsradikal war, scheint er zu bereuen: "Da bin ich in eine falsche Szene geraten – habe aber nach drei Jahren gemerkt, wie scheiße das ist und habe wieder herausgefunden." Als Nazi-Band würde er Frei.Wild dennoch nicht bezeichnen: "Wer einen Duden oder Wörterbuch hat, erkennt die Unterschiede zwischen Patriotismus, Nationalismus und Nationalsozialismus. Das Letzte ist überhaupt nicht denkbar." Burger ist sich dessen zwar bewusst, dass Leute, die sich im "Nazi-Bereich" aufhalten ihm eher zuhören, als "total linken Bands", wie den Ärzten oder den Toten Hosen. Dennoch hofft er, sie davon überzeugen zu können, dass ihre Verhalten falsch ist.

"Neidisch"
Und was sagt Philip dazu, dass Band wie Mia oder Krafklub ihre Teilnahme bei den Echos absagten? "Das hat mehrere Gründe. Solche Bands sind fast immer Mitglieder von großen Major-Labels. Diese Plattenfirmen finden doof, dass Bands wie wir ohne diese Companies Erfolge feiern. Das Zweite ist das Unverständnis dafür, dass ausgerechnet eine Band aus Südtirol den Deutschrock-Thron übernommen hat. Das ist ja auch komisch. Ein bisschen Neid ist auch dahinter." Mit einigen Bands, die wegen den Südtirolern ihre Teilnahme beim "Echo" absagten , seien die Jungs angeblich sogar schon im Gespräch. Sie wollen die Angelegenheit sozusagen klären.

Über die Entscheidung des Echo-Nominierungsausschlusses sind Frei.Wild enttäuscht: "Die Deutsche Phono-Akademie hat kein Rückgrat bewiesen und sich somit selbst disqualifiziert."

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„Neidisch“ und „chancenlos“: Frei.Wild lästern über Echo-Macher und die Musik-Konkurrenz - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/musik/neidisch-und-chancenlos-frei-wild-laestern-ueber-echo-macher-und-die-musik-konkurrenz_aid_936280.html
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„Neidisch“ und „chancenlos“: Frei.Wild lästern über Echo-Macher und die Musik-Konkurrenz - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/kultur/musik/neidisch-und-chancenlos-frei-wild-laestern-ueber-echo-macher-und-die-musik-konkurrenz_aid_936280.html

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