Am 22. März bringt OneRepublic ihr neues Album "Native" auf den Markt. Einen Tag später, am 23. März, stellen die Herrschaften die Scheibe bei "Wetten, dass ...?" in der Wiener Stadthalle vor.

Interview

OneRepublic im Talk mit ÖSTERREICH

Die Rocker der US-Band sprachen über neue Platte, Wien und Zukunftsmusik.

Erst am 23. März waren die Burschen der US-Erfolgsband "One Republic" zu Gast bei Markus Lanz'  "Wetten, dass ...?"-Show in der Wiener Stadthalle. Im Zuge des Wien-Aufenthaltes trafen sich die Rocker mit ÖSTERREICH um über die Bundeshauptstadt und ihre Zukunftpäne zu plaudern.

Hier das Interview

ÖSTERREICH: Vor sechs Jahren ward ihr zum ersten Mal mit eurem Hit „Apologize“ bei Wetten, dass..? Jetzt ward ihr wieder in der Show, diesmal in Wien – und bald spielt in der Stadthalle auf. Ein Dévà-Vue?

Ryan Tedder: Es fühlt sich gut an! Wir lieben Österreich, vor allem Salzburg und Wien. Als wir gehört haben, dass Wetten, dass..? in Wien ist, haben wir uns irrsinnig gefreut. Außerdem ist es eine Erleichterung. Wenn du einen Charthit hast, gehen die meisten davon aus, dass du danach schnell wieder in der Versenkung verschwindest. Dass wir’s geschafft haben und immer noch da sind, macht uns glücklich. Irgendwas haben wir wohl richtig gemacht.

ÖSTERREICH:  Wie groß ist der Druck auf euch, wieder einen Nummer-Eins-Hit zu landen?

Ryan Tedder: Zum Glück war ich nie einer, der immer unbedingt einen Nummer-Eins-Hit haben wollte. Es gibt so viele Faktoren, die das beeinflussen. Ich kann den größten Hit aller Zeiten schreiben, aber wenn er zur falschen Zeit veröffentlicht wird, das Video nicht passt oder Lady Gaga gleichzeitig ein neues Album rausbringt, nützt mir das alles nichts. Wenn es nur um die Musik ginge, würde ich viel mehr Wert darauf legen. Tut es aber nicht. Einige der größten Alben der Musikgeschichte waren nur auf Platz sieben oder fünf in den Charts.

ÖSTERREICH:  Aber ein Hit ist doch sicher trotzdem nicht schlecht.

Ryan Tedder: Klar will ich in die Top 10, denn das zeigt mir, dass viele Leute unsere Musik hören und auch in unsere Musik investieren.

Brente Kutzle: Uns ist es aber lieber, wenn uns die Leute länger hören als wenn wir nur schnell einen Nummer-eins-Hit haben, der gleich wieder verschwindet.

Ryan Tedder: In den USA kann eine Nummer eins wirklich gefährlich sein. „Somebody That I Used To Know“ von Gotye ist das beste Beispiel. Es ist ein genialer Song, aber er wurde so oft gespielt, dass du inzwischen schon das Radio abdrehst, wenn er wieder läuft. Und dann denkst du dir, du willst diesen Künstler gar nicht mehr live sehen, weil du dieses verdammte Lied nicht nochmal hören kannst.

ÖSTERREICH:  Künstler verbringen viel Zeit mit warten: Darauf, dass Alben veröffentlicht werden, dass die Tour startet, auf TV-Auftritte. Was macht ihr, damit’s euch nicht langweilig wird?

Ryan Tedder: Warten ist eine Tugend. Man lernt, die Zeit zwischen Flughafen, Hotel, Soundcheck und Auftritten bestmöglich zu nützen. Ich schaue zum Beispiel gerne Filme und TV-Serien, einige aus meiner Band verschlingen reihenweise Bücher. Ich verbringe aber auch viel Freizeit mit Song schreiben. Jedes Mal, wenn ich mich hinsetze, könnte es der Moment sein, in dem die Idee kommt, die meine Karriere, mein ganzes Leben ändert.

ÖSTERREICH:  Wie habt ihr die Zeit rund um Wetten, dass..? in Wien verbracht?

Ryan Tedder: Wir waren vor Wetten, dass..? feiern, bis fünf Uhr früh. Wir gehen normalerweise so gut wie nie aus, aber diesmal haben wir es krachen lassen. Wir waren in der Pratersauna und noch in einem anderen Club. Ein Typ ist zu uns hergekommen und hat uns Jägermeister gekauft. Einige haben uns auch gefragt, warum sind OneRepublic in diesem Club? Ganz einfach: Ich mag die Underground-Szene.

ÖSTERREICH:  Am 8. April spielt ihr in der Wiener Stadthalle. Was erwartet die Fans?

Ryan Tedder: Wir werden wahrscheinlich vier Songs aus dem neuen Album spielen, Sachen von den zwei Vorgängern und vielleicht wird es auch noch ein paar Überraschungen geben. Es wird ein guter Mix, eine verrückte Show. Wir werden einige Leute ganz schön schockieren. Viele erwarten sich nicht viel von einer Radio-Band, aber wir sind keine typische Radio-Band. Wir schreiben einfach Songs, die eben auch dort laufen.

Brente Kutzle: Wir machen mehr Rock, das wird man auch beim Konzert sehen.

ÖSTERREICH:  Eure Songs laufen regelmäßig in Til Schweiger-Filmen, wie auch jetzt gerade wieder. Wie ist euer Verhältnis?

Ryan Tedder: Ich bin sein Neffe  und er mein Onkel, den ich mir immer gewünscht habe (lacht.) Nein, im Ernst, Til ist einfach ein guter Freund. Wir haben uns gerade erst in Berlin getroffen. Er kam bei einem Promo-Tag ins Interviewzimmer rein und sah uns zu, wie wir Rede und Antwort standen. Er war so lustig, meinte zu einem Journalisten „Ich finde diese Frage nicht gut.“ Es war zum schreien. Er ist von Musik besessen, deshalb haben wir uns von Anfang an verbunden gefühlt. Es ist aber nicht so, dass wir unsere Alben nach  seinen Filmen timen. Ich mache ja auch in den USA viel Filmmusik, so habe ich meine Karriere gestartet.

Brent Kutzle: Es hat sich witzigerweise immer gut ergeben. Wir haben ihm mal einen Song vorgespielt, den er unbedingt für einen Film verwenden wollte - dabei hatten wir noch nicht mal Material für ein ganzes, weiters Album.

ÖSTERREICH:  Ihr ward bei der letzten U2-Tour als Support-Act dabei, auch im Wiener Ernst Happel-Stadion. Ryan, du hast dich ja schon öfter als glühender Bono-Fan geoutet. Seid ihr noch in Kontakt?

Ryan Tedder: Wir haben ein wirklich gutes Verhältnis mit U2. Ich liebe U2, sie sind meine absolute Lieblingsband. Die Zeit auf Tour mit ihnen war die beste meines Lebens. U2 sind die einzigen, mit Ausnahme vielleicht noch von Depeche Mode, für die wir als Support-Act spielen. Wenn sie anrufen, lassen wir alles liegen und stehen und kommen sofort. Ich wäre nicht sehr überrascht, wenn wir in nicht allzu ferner Zukunft wieder mit ihnen auf Tour gehen. Es wird auf jeden Fall Gespräche geben.

(Astrid Hofer)

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