Protest um Frei.Wild-Konzert in Graz

"Feinde deiner Feinde"

Protest um Frei.Wild-Konzert in Graz

Der Band wird Nähe zu nationalistischem Gedankengut nachgesagt.

Die Südtiroler Deutschrockband "Frei.Wild" gastiert am kommenden Freitag (10.5.) in Graz für eines von zwei Österreich-Konzerten. Das zweite ist für Samstag in Kufstein programmiert. Dem Erfolg, dass sie mit "Feinde deiner Feinde" Rang eins der deutschen Albumcharts einnehmen, trübt seit der Streichung von der Echo-Nominierung der Vorhalt, sie würden rechte Gesinnung verbreiten.

Rechtlicher Graubereich
Ein ursprünglich drittes Konzert in Wels wurde abgesagt, auch in der "Menschenrechtsstadt Graz" forderte eine Grün-Politikerin und das Mauthausen Komitee eine Absage. Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark verfasste eine kritische Stellungnahme: Die Band bewege sich mit ihren Texten zumindest "in einem rechtlichen Graubereich." Weil der Verfassungsdienst keine Bedenken habe und im Falle einer Absage Rechtsstreitigkeiten drohten, wie es in der Gemeinderats-Debatte hieß, blieb das Grazer Konzert am Tourplan.

"Unpolitischer Patriotismus"
Sänger Philipp Burger, der aus der Skinhead-Szene kommt, distanzierte sich immer wieder von Nationalsozialismus und Faschismus und steht für "unpolitischen Patriotismus". Der Genre-Begriff "Identitätsrock" wurde dafür erfunden, in "SpiegelOnline" heißt es dazu: "Offen vorgetragene Ausländerfeindlichkeit allerdings ist nicht ihr Ding. Es geht eher darum, die eigene Identität als Zugehörige einer Volksgruppe zu feiern." Kennzeichnend sei vor allem, dass "Frei.Wild" ihre Positionen als Tabubrüche verkauften als "Gegenkultur" zu einer vermeintlich verlogenen Mehrheitsgesellschaft.

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