shakira

Vielseitiger Star

Shakira: Latino-Künstlerin des Jahres

Musikalisch erfolgreich, sozial engagiert und als Beraterin von Obama gefragt.

Ihr sexy Hüftschwung und ihre markante Stimme haben sie international berühmt gemacht. Und spätestens seit ihrem "Waka Waka"-Hit bei der Fußball-WM in Südafrika ist Shakira ein globaler Star. Doch die 34-jährige Sängerin aus Kolumbien produziert nicht nur Ohrwürmer, sondern engagiert sich auch leidenschaftlich für soziale Projekte.

Latin-Grammy-Award
Auch dafür wird sie in der kommenden Woche gleich zweimal geehrt: Zunächst bekommt sie am Dienstag (8. November, Ortszeit) einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, es ist der 2354. Stern in dem berühmten Pflaster in Los Angeles. Am Mittwoch (9. November, Ortszeit) - einen Tag vor der Verleihung der Latin-Grammy-Trophäen in Las Vegas - wird sie zudem als Latino-Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet. Sie ist die jüngste Preisträgerin seit der ersten Gala im Jahr 2000. Zuvor war etwa Placido Domingo oder Carlos Santana diese Ehre zuteilgeworden.

"Die Anmutige"
Shakira Isabel Mebarak Ripoll, so ihr vollständiger Name, kam als Tochter eines US-Amerikaners libanesischer Herkunft und einer Kolumbianerin in Barranquilla zur Welt. Die Küstenstadt ist für ihre heißen Cumbia-Rhythmen bekannt. Auch mit ihrem Namen schien die Musikerin mit den großen Augen und der blond gefärbten Mähne für eine künstlerische Laufbahn prädestiniert zu sein: "Shakira" bedeutet auf Arabisch so viel wie "Die Anmutige".

Erfolgreich
Bis heute hat sie mehr als 70 Millionen Platten verkauft sowie insgesamt neun Grammy-Preise eingeheimst - davon sieben Latin Grammys - und ist inzwischen zu einer der einflussreichsten Künstlerinnen der spanischsprachigen Welt geworden.

Schutz und Liebe
Schon sehr früh in ihrer Karriere begann sie aber auch, sich in ihrer von Guerilla- und Drogengewalt sowie von Ungleichheit geprägten Heimat für sozial Schwache einzusetzen. Bereits 1997 gründete sie die Stiftung Pies Descalzos (Nackte Füße) - so heißt auch die CD aus dem Jahr 1996, die sie über Kolumbien hinaus bekanntmachte. Mit dem Titel spielte Shakira auf die in Armut lebenden Straßenkinder ihrer Geburtsstadt an. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Entwicklung von Kindern bis sechs Jahren. "Es ist wichtig, dass sie Schutz und Liebe erfahren und eine vernünftige Ausbildung erhalten", erklärt Shakira immer wieder. Dies sei auch ein Beitrag für eine friedliche Gesellschaft. Von der Initiative profitieren heute in Kolumbien mehr als 6.000 Kinder: Sie besuchen die Schule, werden vernünftig ernährt und medizinisch versorgt.

Unicef-Botschafterin

Insgesamt sechs Schulen hat die Stiftung in den vergangenen sieben Jahren in dem südamerikanischen Land gebaut. Die Schüler werden dort nach modernen Standards zweisprachig unterrichtet. Es gibt zudem Sportangebote und Gemüsegärten. Rund 30.000 Menschen beteiligen sich an den Projekten. Längst ist Shakira aber auch international als Philantropin aktiv. Seit 2003 ist sie Unicef-Botschafterin, und 2006 zählte sie zu den Mitbegründern der Stiftung ALAS, die sich in ganz Lateinamerika für die Rechte von Kindern engagiert. Unterstützt wird die Organisation von Dutzenden namhaften Künstlern. Auf dem Subkontinent leiden neun Millionen Mädchen und Jungen an Unterernährung, 22 Millionen gehen nicht in die Schule. Nach dem verheerenden Erdbeben reiste Shakira 2010 nach Haiti, um sich für den Wiederaufbau einzusetzen. In Südafrika, wo sie sich in den spanischen Fußballstar Gerard Pique (24) vom FC Barcelona verliebte, brachte sie mehrere Ausbildungsprojekte auf den Weg.

Obama-Beraterin
Shakiras Stimme hat inzwischen auch politisch Gewicht. So trug sie ihre Anliegen im November 2009 auf dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika sowie Spaniens und Portugals in Estoril vor. Und vor wenigen Wochen hat US-Präsident Barack Obama die Sängerin in sein Team von Bildungsberatern berufen, um sich der hispanischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten anzunehmen - wohlwissend, dass diese auch mit Blick auf die Wahlen immer mehr an Einfluss gewinnt.