Burg-Historie

Viel Theater um die Hosen

Campino musste vor Konzert im Wiener Burgtheater Arzt aufsuchen.

„Das ist ein Heimspiel im Ausland.“ Gestern Abend rockten die Toten Hosen wieder das Burgtheater. Das bereits dritte Gastspiel und der Konzert-Hype des Jahres: Ticket-Chaos beim Vorverkauf, eBay-Preise bis zu 441 Euro für ein Ticket und ein über den Schwarzhandel schockierter Campino: „Das ist teilweise kriminell!“ Skurril: An der Abendkasse gab es gestern noch acht Tickets – doch die waren natürlich rasch weg.

Diashow: Die Toten Hosen in Wien

Die Toten Hosen in Wien

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    Alle Hits – unplugged
    Um 20.20 Uhr eröffneten die Hosen im Burgtheater mit Strom und Altes Fieber ihre ebenso grandiose wie witziges Unplugged-Programm. Unter dem Motto Alles unter Strom – das Akustikkonzert lieferten Campino und Co. bis zum Finale You'll Never Walk Alone weit über zwei Stunden lang eine spannende Show rund um Klassiker wie Hier kommt Alex, Wünsch Dir Was oder Tage wie diese. Auch der Falco-Hit Amadeus wurde erstmals akustisch angestimmt! Und bei den Zugaben durften dann sogar Campino-Schwester Maria und Birgit Minichmayr mitsingen! Eine echte überraschung!

    Video: Tote Hosen covern Falco

    Arzt-Check für Campino
    Schon am Nachmittag nahmen Campino und Co. vor dem Burgtheater Aufstellung. Da warteten bei 35 Grad (!) schon die ersten Fans auf die Punk-Stars. Zuvor gab’s im Hotel allerdings eine kurze Schrecksekunde: Campino musste vor dem Burg-Soundcheck noch einen Zwischenstopp beim Arzt einlegen: Stimmband-Check wegen der Kilma-Anlage! „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, erklärt er.

    Campino feiert 50er
    Am Donnerstag steht das zweite Burg-Konzert am Plan. Für Fans und Freunde ist das sogar noch interessanter als die Premiere, denn damit feiert Campino in seinen 50er hinein. „Das ist überhaupt keine große Sache, nur die Hilfsargumentation für eine große Feier.“ Die steigt dann noch in der Nacht im Burgtheater. Dafür haben von Klaus Maria Brandauer bis Birgit Minichmayr viele Star-Freunde ihr Kommen angesagt.

    Lesen Sie auf der nächsten Seite die Konzertkritik von ÖSTERREICH-Musikexperte Thomas Zeidler:

    Konzertkritik: Die "Toten Hosen" im Burgtheater

    "Guten Abend liebes BurgtheaterWir wollen heute ganz leise sein" erklärte Campino zu Beginn des meistgehypten Konzertes des Jahres und hielt dann über zwei Stunden lang Wort. Im elitären Unplugged-Setting geigten die Toten Hosen ziemlich schaumgebremst durch Hits wie Strom (Opener), Auswärtsspiel oder Hier kommt Alex. Die Lautstärke war stark gedrosselt, die Fans dafür übermotiviert. Als Dank gab es gleich 11 Zugaben!

    Zappelfilip Campino blieb, gedopt von einigen Dosen Bier, dabei ungewohnt am Sessel picken, geizte mit den Zwischenansagen ("Wir müssen diesen Kasten liebevoll behandeln") und brauchte zeitweise sogar das Textbuch zur Hilfe.

    Trotzdem: Punk-Klassiker wie Opel Gang oder Popmusik erklangen im Akustik-Arrangement spannend wie nie zuvor und der Falco-Klassiker Amadeus entlockte den 800 Fans Standing Ovations. Dafür haderter er beim Kraftwerk Cover Das Model mit Texthängern.

    Den Song Das ist der Moment widmente Campino seinem Sohn Lenny. "Der ist 8 und intreressiert sich mehr für Panini-Pickerl als für mich" und nur Zu Besuch dem tragischen Tofesfall vom Nova Rock: "Der Junge war ein großer Hosen-Fan"

    Zum Finale holte Campino noch seine Schwester Maria (No Expectations) und Birgit Minichmayr (Auflösen) zum Duett auf die Bühne. Und die Fans sangen ihm dafür schon ein verfrühtes Happy Birthday. Ein Ereignis.