Autoversicherer zahlten durch Corona-Lockdown deutlich weniger aus

"OÖN": Zahl der Kfz-Schäden Generali im Halbjahr "um mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahr" - Schadenzahlungen bei Oberösterreichischer Versicherung Ende August um 21,5 Prozent niedriger

Autoversicherer in Österreich haben durch den Corona-Lockdown im Frühjahr Millionen weniger für Kfz-Schäden an ihre Kunden auszahlen müssen. Beim Marktführer Generali sei die Anzahl der Kfz-Schäden im ersten Halbjahr "um mehr als 20 Prozent unter dem Vorjahr" gelegen, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (Dienstagausgabe). Das decke sich weitgehend mit den Angaben der anderen Versicherungen.

Im Vorjahr hätten die heimischen Kfz-Versicherer insgesamt rund 2,5 Mrd. Euro an ihre Kunden ausgezahlt. Seit Ende des Lockdowns wird wieder mehr mit dem Auto gefahren, die Unfälle und Schäden steigen.

Bei der Oberösterreichischen Versicherung seien die Leistungen für Kfz-Schäden im Halbjahr um 27 Prozent auf 27,5 Mio. Euro gesunken. Ende August hätten die Kfz-Schäden 40 Mio. Euro betragen, um 21,5 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Jahres 2019, heißt es in dem Bericht. "Durch den Lockdown ist das Jahr bei der Kfz-Versicherung bisher deutlich besser gelaufen als die Jahre davor", so der stellvertretende Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung, Othmar Nagl. Bisher deshalb, weil sich dieser "Vorsprung" von Monat zu Monat relativiere.

Doris Wendler, Vorständin der zur Vienna Insurance Group (VIG) gehörenden Wiener Städtischen, sagte, es habe im April bei den gemeldeten Kfz-Schäden einen "kurzfristigen und signifikanten Rückgang im mittleren zweistelligen Bereich" gegeben. Im Mai sei die Schadenszahl wieder gestiegen, um dann bereits im Juni den Stand des Vorjahres wieder zu erreichen. Eine Abweichung nach oben habe es hingegen im August gegeben. "Ein Grund dafür könnte sein, dass die Österreicher verstärkt den eigenen Pkw genutzt haben, um in den Urlaub zu fahren", so Wendler.

Die Prämieneinnahmen in der Sparte Schaden/Unfall, zu der die Kfz-Versicherung gehört, seien im Halbjahr bei den beiden börsenotieren Unternehmen VIG und UNIQA weitgehend stabil geblieben bzw. sogar leicht gestiegen.

Bei den Prognosen für das Gesamtjahr seien alle Versicherungen vorsichtig. Das gelte auch für das Geschäft mit Autoversicherungen. "Viel Nebel im Herbst oder ein früher Wintereinbruch können ganz schnell auf die Bilanz durchschlagen", so Nagl.

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