Bahnunglück von Viareggio: Prozess vor Oberstem Gericht beginnt

Zwei österreichische Bahnmanager müssen sich verantworten

Über elf Jahre nach einem Zugunglück in der toskanischen Küstenstadt Viareggio mit 32 Toten beginnt am Mittwoch vor dem Obersten Gericht in Rom der Prozess gegen 30 Angeklagte. Zwei Manager der in Wien ansässigen Firma GATX Rail Austria GmbH - Eigentümerin des entgleisten und explodierten Kesselwaggons - müssen sich unter anderem wegen fahrlässigen Tötung und Auslösung einer Brandkatastrophe verantworten.

Die beiden Manager waren zweitinstanzlich im vergangenen Jahr zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Chef der italienischem Staatsbahnen, Mauro Moretti, wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Am 29. Juni 2009 war der Güterzug in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs von Viareggio entgleist, woraufhin einer der mit Flüssiggas gefüllten Tankwaggons explodierte. Die Detonation und der anschließende Großbrand richteten im Zentrum der Stadt schwere Schäden an. Rund tausend Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Häuser stürzten ein, Autos gingen in Flammen auf. Die Unfallursache war möglicherweise ein Riss an einem Rad. Es war das schwerste Bahnunglück in Italien seit mehr als 20 Jahren.

Vier Tage Gerichtsverhandlungen sind vor dem Obersten Gericht in Rom geplant. Mit einem Urteil wird am Freitag oder am Samstag gerechnet. Wegen Einschränkungen bei der Reisefreiheit infolge der Coronavirus-Epidemie können Familienangehörige der Opfer nicht zum Prozessbeginn in Rom anwesend sein. Sie haben an den über 180 Verhandlungstagen bei den beiden Prozessen in erster und zweiter Instanz teilgenommen.

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