Basketball: Erstes NBA-Finalduell: Lakers als Favorit gegen Heat

LA-Star James gegen sein Ex-Team und für verunglückten Bryant - Los Angeles um 17. Titel bzw. ersten seit 2010, Miami um vierten bzw. ersten seit 2013

Erstmals in der National Basketball Association (NBA) treffen in einer Finalserie um den Titel die Miami Heat und die Los Angeles Lakers aufeinander. Der "best of seven"-Vergleich beginnt in der Nacht zum Donnerstag (3.00 Uhr MESZ). Für Lakers-Superstar LeBron James ist es das neunte Finalduell in den vergangenen zehn Jahren, trotzdem ist es speziell. Zehn Jahre nach dem bisher letzten Titel für das Team soll mit einem erneuten Coup das Andenken an Kobe Bryant geehrt werden.

Außer den Pokal für seinen im Jänner bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommenen Freund posthum zu holen, treibt James in Orlandos "Bubble" womöglich auch die Erinnerung an seinen Abschied aus Miami an. Vier Jahre lang hatte er das Trikot der Heat an, mit Dwyane Wade und Chris Bosh holte er 2012 und 2013 den Titel. Nach den Plänen von Heat-Boss Pat Riley sollten sie eine Ära prägen wie einst die Chicago Bulls um Michael Jordan, Scottie Pippen und Dennis Rodman in den 90ern.

Doch 2014 wechselte James zurück zu den Cleveland Cavaliers und machte diesen Plan zunichte - für die NBA-Legende Riley ein Affront. Stinksauer sei er gewesen, berichtete der Mann, der als Spieler, Trainer und Funktionär der Heat in jedem der vergangenen sechs Jahrzehnte an mindestens einem NBA-Finale beteiligt war. Inzwischen hat der nun 75-Jährige James' Schritt als nachvollziehbar anerkannt, die Beziehung der beiden Alphatiere ist aber noch immer gestört. Ein Gespräch soll es seither nie gegeben haben.

Kritik ist für James stets Sprit für den inneren Antrieb. Es gehe ihm um seine Karriere nach der Karriere in der Medienmetropole, hieß es da, nicht um sportlichen Erfolg. Er hoffe, sagte James nun, dass er am Ende der Karriere genug Leute inspiriert habe, das Spiel auf die richtige Art und Weise zu spielen. "Und, dass ich den Respekt habe meiner Gegenspieler, der anderen Teams und der Organisationen, für die ich gespielt habe. Denn das ist alles, was dir am Ende bleibt: Der Respekt."

Nur drei andere Spieler haben auch zehn NBA-Finalteilnahmen geschafft. Auch bedingt durch eine Verletzung von James verpassten die Lakers das Play-off in der vergangenen Saison - wie übrigens auch die Heat. Im zweiten Jahr mit "King James" aber waren die Kalifornier nicht nur im Grunddurchgang die beste Mannschaft der Western Conference, sondern holten auch die Eintrittskarte für die Titel-Serie. Neben James soll auch Anthony Davis die Lakers führen. Der 27-Jährige steht zum ersten Mal in einem NBA-Finale.

Überraschender ist die Final-Teilnahme der Heat. Deren Star ist Jimmy Butler - nach lange weitverbreiteter Meinung ein Profi, der als Bester einer Mannschaft zu schwach ist für den ganz großen Wurf. Doch Butler, bei früheren Teams als Querkopf in Ungnade gefallen, passt nach Miami und die Mannschaft um ihn herum funktioniert hervorragend. "Sie können werfen, sie sind tough und sie sind sehr gut trainiert. Es ist keine Überraschung, dass sie so erfolgreich sind", sagte Lakers-Trainer Frank Vogel.

Die Heat waren als Nummer 5 des Grunddurchgang in der Eastern Conference ins Play-off gestartet und sind nun das Team mit der dritt-niedrigsten Setzung in einem NBA-Finale seit 1984. Überhaupt erstmals treffen zwei Teams aufeinander, die im Jahr davor das Play-off verpasst haben. Buchmacher-Favorit sind jedenfalls die Lakers. Sie würden mit ihrem 17. Titelgewinn mit Rekordmeister Boston Celtics gleichziehen, für die Heat wäre es der insgesamt vierte Titel, der erste seit sieben Jahren.

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