Bauern pochen auf Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln

Entwurf des Gesundheitsministers geht Agrariern nicht weit genug

Die landwirtschaftlichen Organisationen fordern seit Jahren eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln, wie sie auch im Regierungsprogramm steht. Der nun von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vorgelegte erste Verordnungsentwurf geht den Agrariern aber nicht weit genug. "Wir wollen keine halben Sachen", sagte am Dienstag Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger.

"Wir müssen umsetzen, was vereinbart ist, nämlich die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung bei den Produktgruppen Milch, Fleisch, Eier und müssen den gesamten rechtlichen Rahmen ausnützen", so Moosbrugger in einer Aussendung.

Anschober müsse noch einmal nachschärfen, verlangte auch ÖVP-Bauernbundpräsident Georg Strasser. Der Entwurf enthalte lediglich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung für Rindfleisch und Eier. Konsumenten hätten aber Klarheit und Wahlfreiheit in Kantinen und vor Supermarktregalen verdient.

Der Bauernbundpräsident ärgert sich zudem darüber, dass der Grüne Gesundheitsminister nicht beim heutigen Kennzeichnungsgipfel war. "Ich verstehe nicht, warum Bundesminister Anschober lieber über deutsche Putenhalter spricht, anstatt mit uns über die längst fällige Umsetzung der Herkunftskennzeichnung in Österreich. Was nützen uns höchste Standards österreichischer Putenhalter, wenn der Konsument die Herkunft des Putenfilets nicht erkennt?"

Die heimische Gastronomie hat die verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten Rindfleisch und Eier zuletzt als "No-Go" bezeichnet. Aus Sicht der Lebensmittelindustrie verstößt die geplante Ausdehnung der Lebensmittelkennzeichnung gegen EU-Recht.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten