Bauern pochen auf Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln

Entwurf des Gesundheitsministers geht Agrariern nicht weit genug

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Reaktion Landwirtschaftsministerin Köstinger und weitere
Branchenvertreter
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Die landwirtschaftlichen Organisationen fordern seit Jahren eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln, wie sie auch im Regierungsprogramm steht. Der nun von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vorgelegte erste Verordnungsentwurf geht den Agrariern aber nicht weit genug. "Wir wollen keine halben Sachen", sagte am Dienstag Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger.

"Wir müssen umsetzen, was vereinbart ist, nämlich die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung bei den Produktgruppen Milch, Fleisch, Eier und müssen den gesamten rechtlichen Rahmen ausnützen", so Moosbrugger in einer Aussendung. "Die Menschen wollen wissen, wo die Grundzutaten in verarbeiteten Produkten oder Kantinenessen herkommen", so Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Da es um große Küchen und Produzenten gehe, sei "eine Umsetzung wirklich möglich".

Anschober müsse noch einmal nachschärfen, verlangte auch ÖVP-Bauernbundpräsident Georg Strasser. Der Entwurf enthalte lediglich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung für Rindfleisch und Eier. Konsumenten hätten aber Klarheit und Wahlfreiheit in Kantinen und vor Supermarktregalen verdient.

Der Bauernbundpräsident ärgert sich zudem darüber, dass der Grüne Gesundheitsminister nicht beim heutigen Kennzeichnungsgipfel war. "Ich verstehe nicht, warum Bundesminister Anschober lieber über deutsche Putenhalter spricht, anstatt mit uns über die längst fällige Umsetzung der Herkunftskennzeichnung in Österreich. Was nützen uns höchste Standards österreichischer Putenhalter, wenn der Konsument die Herkunft des Putenfilets nicht erkennt?"

Landwirtschaftskammer, Bauernbund und die Bauern-Branchenverbände fordern, dass der Verordnungsentwurf vom Gesundheitsministerium überarbeitet wird und nach dem heutigen Kennzeichnungsgipfel noch weitere Verhandlungsrunden folgen.

Die Schweine- und Geflügelbauern wollen auch eine Lebensmittel-Herkunftskennzeichnung für ihre Produkte. "Der Gesundheitsminister ist jetzt gefordert, er muss die Verordnung noch nachschärfen", so Walter Lederhilger vom Verband Österreichischer Schweinebauern. "Wir brauchen nicht den kleinsten, sondern den größten gemeinsamen Nenner", sagte der Obmann-Stellvertreter der Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft, Markus Lukas. Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Rinderzüchter und die ARGE Rind drängt auch auf Kennzeichnung bei verarbeiteten Rindfleischprodukten sowie für Milch und Milchprodukte.

Die heimische Gastronomie hat die verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten Rindfleisch und Eier zuletzt als "No-Go" bezeichnet. Aus Sicht der Lebensmittelindustrie verstößt die geplante Ausdehnung der Lebensmittelkennzeichnung gegen EU-Recht.

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