Biden nennt Trump einen Rassisten

"Man kann die Wirtschaft nicht in Ordnung bringen, bevor man die Corona-Krise löst"

In der Fernsehdebatte der beiden Präsidentschaftskandidaten in den USA hat Herausforderer Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump als Rassisten bezeichnet. Der Kandidat der Demokratischen Partei hielt Trump vor, er habe nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai versucht, "rassistischen Hass zu erzeugen, rassistische Spaltung".

Trump reagierte darauf mit der Anschuldigung, Biden habe die Black Community, die Gemeinschaft der Schwarzen in den USA, schlechter behandelt als jeder andere und sie als "Super-Raubtiere" bezeichnet. Biden rief dazu auf, Kindern welcher Hautfarbe auch immer endlich umfassende Chancengleichheit zu ermöglichen. "Wir können den Rassismus in Amerika überwinden." Aber Trump schaue auf alle herab, die kein Geld oder eine andere Hautfarbe hätten.

Zu den teilweise gewaltsamen Unruhen im Anschluss an den Tod von George Floyd in Minneapolis sagte Trump, die Regierung habe dort wieder für Ruhe gesorgt, "weil wir an Recht und Ordnung glauben - und du tust das nicht, Joe", fügte der Präsident hinzu.

Bei den Unruhen in Portland und Kenosha handle es sich um ein Problem von links, nicht von rechts. Biden betonte erneut: "Gewalt ist nie richtig, nur friedlicher Protest ist es." Wenn er zum Präsidenten gewählt würde, wolle er Bürgerrechtsgruppen und Polizeibehörden im Weißen Haus zusammenbringen und auf eine Überwindung der Spaltung hinwirken.

Biden nutzte den Wirtschaftsteil der ersten TV-Debatte, um sich direkt an die Wähler zu wenden. In der Corona-Krise sei es Millionären und Milliardären wie Trump gut ergangen, "aber Ihr Leute zuhause, wie geht es Euch?", sagte Biden in die Kamera. Es ist eine klassischer Zug in TV-Debatten in Amerika seit der damalige Kandidat 1979 die Zuschauer aufrief, darüber nachzudenken, ob es ihnen besser gehe als vor vier Jahren.

Trump wiederholte unterdessen seine Darstellung, dass er die beste Wirtschaft in der Geschichte des Landes aufgebaut habe, bevor das Coronavirus sie weitgehend zum Stillstand gebracht habe. Jetzt baue er sie wieder auf. Biden entgegnete: "Man kann die Wirtschaft nicht in Ordnung bringen, bevor man die Corona-Krise löst."

Genauso wie bei anderen Themen rutschte das Streitgespräch auch beim Wirtschaftsthema oft in ein chaotisches Wortgefecht ab, in dem Trump und Biden durcheinander sprachen. Insbesondere fiel der Präsident seinem Herausforderer ins Wort. "Es ist schwer, mit diesem Clown auf den Punkt zu kommen", beschwerte sich Biden an einem Punkt.

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