Burgenland stellt seine Anlaufstelle für Wirtschaftsförderung neu auf

Aus WiBuG wird mit Jahreswechsel Wirtschaftsagentur Burgenland - Zagiczek und Gerbavsits als Geschäftsführer

Das Burgenland stellt seine Anlaufstelle bei der Wirtschaftsförderung neu auf: Die Wirtschaft Burgenland GmbH (WiBuG) wird mit dem Jahreswechsel zur Wirtschaftsagentur Burgenland. Das gab Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) am Mittwoch bekannt und bestätigte dabei auch den bereits vom "Kurier" berichteten Wechsel von Energie Burgenland-Vorstandsvorsitzendem Michael Gerbavsits in die Geschäftsführung der Wirtschaftsagentur.

Man wolle im Burgenland eine zentrale Anlaufstelle in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten schaffen, erläuterte Schneemann. Die WiBuG habe bereits in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet. Zu den Zielen des künftigen Kompetenzzentrums zähle, das Wirtschaftswachstum im Burgenland zu stärken sowie Innovation und Forschung voranzutreiben. Mit der FH Burgenland und der Forschung Burgenland gebe es hier Potenzial, das man nutzen könne. Außerdem wolle man neue Arbeitsplätze und einen regionalen Ausgleich schaffen.

Überlegt wird auch, weitere Bereiche wie das Regionalmanagement Burgenland (RMB) und die Technologiezentren ebenfalls in die Wirtschaftsagentur einzubringen. Man stehe am Beginn einer neuen Förderperiode: Seit dem EU-Beitritt seien mehr als 2,4 Mrd. Euro ins Burgenland geflossen, davon 1,28 Mrd. aus dem EU-Haushalt, so Schneemann. Die Förderungen seien in 164.000 Projekten umgesetzt worden und hätten Investitionen von 5,2 Mrd. Euro ausgelöst.

"Wir haben damit 35.000 neue Jobs schaffen können im Burgenland", stellte der Landesrat fest. Dies gelte es unter den geänderten Rahmenbedingungen weiterzuführen. Beispielsweise werde es in Zukunft mehr Direktförderungen geben.

"Wir wollen ein kompetenter One Stop Shop für die Unternehmer des Landes werden", sagte WiBuG-Geschäftsführer Zagiczek. Es gehe darum, neue Investoren ins Burgenland zu bringen und den Wirtschaftsstandort nach vorne zu bringen: "Die Förderkulissen verändern sich, der Markt verändert sich." Bei Betriebsansiedlungen rede man heute von Eigenkapitalbeteiligung.

Es gehe weiters um die Entwicklung von Start-up Inkubatoren und hochrangigen, neuen Businesszonen. "Das ist alles viel mehr, als nur eine Förderstelle eigentlich gemäß ihrer Satzung und Gesellschaftsvertrag zu leisten vermag." Und dies bedürfe auch eines neuen Marktauftrittes.

Der Vertrag von Gerbavsits bei der Energie Burgenland läuft mit Jahresende aus. Er habe nur eine Nacht überlegt und dann das Angebot angenommen, sagte Gerbavsits, der unter anderem als BEWAG-Chef die 2012 erfolgte Fusion mit der Begas zur Energie Burgenland gemanagt hatte. Er habe das Angebot auch angenommen, weil ihn seine langjährige Erfahrung und das Know-how bei schwierigen Change-Prozessen sein ganzes Berufsleben begleite. Seit 2014 sei er zudem Aufsichtsratsvorsitzender der WiBuG und kenne dadurch alle relevanten Themen und Schwerpunktsetzungen.

Das "Rekordergebnis" der Energie Burgenland im vergangenen Geschäftsjahr werde man im aktuellen, am heutigen Mittwoch endenden Geschäftsjahr "noch einmal deutlich übertreffen", kündigte Gerbavsits an. "Wie heißt es oft: Wenn es am schönsten ist, wenn es am besten läuft, dann soll man weitergehen", so der scheidende Energie Burgenland-Chef. Mit dem vorerst noch alleinigen WiBuG-Geschäftsführer Zagiczek habe er schon bisher "sehr gut zusammengearbeitet".

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