Corona - Britische Virus-Mutation auch in Ungarn nachgewiesen

Frankreichs Behörden warnen vor mutierter Variante - Patienten in London könnten in Hotels unterbracht werden

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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Angaben zu Ungarn
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Auch in Ungarn ist inzwischen die Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden, die erstmals in England entdeckt worden war und die als deutlich ansteckender gilt. Die britische Virusvariante sei in Proben von drei Patienten gefunden worden, teilt die oberste Amtsärztin des Landes, Cecilia Müller, mit. Es sei klar gewesen, dass auch Ungarn von der Variante nicht verschont bleiben werde.

Frankreichs Gesundheitsbehörden warnten vor der Gefahr der in vielen Staaten verstärkt auftretenden mutierten Form (B.1.1.7.). "Ich bin sehr besorgt", sagte der Leiter des wissenschaftlichen Rats, Jean-Francois Delfraissy, dem Sender Franceinfo. Es sei bereits zu spät, die Verbreitung in Frankreich aufzuhalten. Es gehe um den Versuch, sie durch eine Reihe von Maßnahmen zu verlangsamen, so Delfraissy. Es sei ein Wettlauf.

Im Großraum Paris seien bisher elf Fälle der Mutation bestätigt, sagte der Chef der örtlichen Gesundheitsbehörde, Aurelien Rousseau, dem Sender BFM TV. Es gebe rund 40 weitere Verdachtsfälle. Zuletzt waren in Frankreich immer wieder Fälle der mutierten Variante des Virus aufgetreten - so etwa am Wochenende in Marseille.

Am Donnerstagabend will sich Premier Jean Castex zur aktuellen Corona-Lage im Land äußern. Viele rechnen mit einer baldigen Verschärfung der Maßnahmen. Mit Stand Dienstag wurden im Land rund 190.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Mit fast 69.000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 ist Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern schwer von der Pandemie getroffen.

Um den Druck auf Londoner Krankenhäuser zu verringern, erwägt die britische Regierung unterdessen, Patienten in Hotels zu verlegen. Das bestätigte Gesundheitsminister Matt Hancock in einem Interview mit dem Nachrichtensender Sky News am Mittwoch. "Auf dem NHS (Gesundheitsdienst) lastet enormer Druck, und wir überlegen alles Mögliche, um diesen Druck zu nehmen", so Hancock. Er betonte jedoch, das komme nur in Frage, wo es auch medizinisch vertretbar sei.

Ein Sprecher des King's College Hospital in London teilte mit, die Klinik habe Partnerschaften mit Hotels in der Nähe vereinbart, um vornehmlich wohnungslose Patienten zu verlegen, die in der Lage seien, das Krankenhaus zu verlassen. Großbritannien ist von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen. In Teilen des Landes stehen die Krankenhäuser kurz vor dem Kollaps. Verantwortlich wird dafür auch die neue Virus-Mutation gemacht. Die Sieben-Tages-Inzidenz, das ist die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner über eine Woche, liegt landesweit bei knapp 600.

Berichten zufolge will die Regierung auch ausgewählte Impfzentren rund um die Uhr betreiben, um das Impfprogramm zu beschleunigen. Bisher wurden in Großbritannien mehr als 2,4 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis geimpft. Mehr als 400.000 Menschen erhielten bereits die von den Herstellern für den besten Schutz empfohlene zweite Impfung.

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