Corona - Rotes Kreuz seit einem Jahr im Dauereinsatz

Zusätzlich zum Regelbetrieb wurden mehr als 2,8 Millionen Tests und 100.000 Infektionstransporte durch - Schöpfer: "Sozialen Folgen werden uns noch länger fordern"

Mit den ersten offiziellen Corona-Fällen in Österreich am 25. Februar 2020 hat sich das Leben und Arbeitsalltag für alle schlagartig verändert. So befindet sich das Rote Kreuz seit einem Jahr "im Dauereinsatz", wie am Mittwoch in einer Aussendung Bilanz gezogen wurde. Zusätzlich zum Regelbetrieb wurden mehr als 2,8 Millionen Tests und 100.000 Infektionstransporte durchgeführt sowie 125 Teststellen im Februar betrieben.

"Danke an alle, die seit Monaten für die Menschen in Österreich im Dauereinsatz sind. Die Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll und unersetzbar die vielen Freiwilligen für unsere Gesellschaft sind", sagte Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer in der Aussendung. Das Rote Kreuz habe innerhalb kürzester Zeit zahlreiche gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mobilisiert, die seitdem im Einsatz sind - viele in ihrer Freizeit. Insgesamt zählt das Rote Kreuz rund 85.000 Helferinnen und Helfer in Österreich, unter ihnen rund 74.000 Freiwillige.

In Zeiten der Pandemie mussten die Leistungen an die neuen Bedingungen angepasst werden. Der Besuchsdienst finde nun vielfach telefonisch statt, hieß es beispielsweise. Bei den "Team Österreich Tafeln" wurden während des ersten Lockdowns auch fertig gepackte Lebensmittelpakete ausgegeben und an Risikogruppen zugestellt.

Die Lernbegleitung des Jugendrotkreuzes für bildungsbenachteiligte Schülerinnen und Schüler findet seit Beginn der Pandemie auch online statt. Dadurch konnten in den vergangenen zwölf Monaten rund 3.000 Kinder und Jugendliche weiterhin erreicht und in 20.000 Lerneinheiten gefördert werden, hieß es in der Aussendung.

Auch neue Angebote kamen hinzu - darunter etwa die viel diskutierte Stopp Corona-App. Diese wurde mittlerweile 1,4 Millionen Mal downgeloadet und kann grenzüberschreitend genutzt werden. Mehr als 11.000 Nutzer warnten bis dato ihre App-Kontakte über eine Covid-19-Erkrankung oder den Krankheitsverdacht.

Neu ist auch Möglichkeit einer Rekonvaleszentenplasmaspende. Diese kann Covid-19-Infizierten, die selbst nicht ausreichend Antikörper bilden, helfen, die Erkrankung zu überwinden. Laut Rotem Kreuz haben sich viele Covid-19-Genesene gemeldet und mehr als 600 Rekonvaleszentenplasmaspenden geleistet.

"Die sozialen Folgen der Pandemie werden uns noch länger fordern. Gemeinsam können wir einen Weg aus dieser Krise finden, davon bin ich fest überzeugt. Die vergangen zwölf Monate haben gezeigt, dass Österreich in schweren Zeiten zusammensteht. Wir haben im vergangenen Jahr eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebt", ist Schöpfer überzeugt.

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