Coronavirus - Clusteranalyse: Haushalte erneut leicht angestiegen

Nur leichte Häufung im Bereich Freizeit - In beiden Settings werden über 80 Prozent der Fälle verortet

Die aktuelle Clusteranalyse für die Kalenderwoche 42 (12. bis 18. Oktober) der AGES-Abteilung Infektionsepidemiologie & Surveillance zeigt neben einer leichten Häufung im Bereich Freizeit - und dort bei privaten Feiern - auch weiterhin bedenklichere Fälle in Alten- und Pflegeheimen. Mit Stichtag 23. Oktober konnten 39.504 Fälle der insgesamt 75.439 einem der 7.507 Cluster zugeordnet werden.

Ein Beispiel aus der Steiermark in der aktuellen Analyse weist eine Mitarbeiterin des Pflegeheims als Erstfall aus, Folgeinfektionen bei fünf Kollegen, elf Heimbewohnern und eines Familienmitglieds einer Mitarbeiterin ergaben den Cluster. Der Bereich Gesundheit/Sozial ist jedoch geringer als in der Vorwoche und sank von elf auf 8,5 Prozent. Am umfangreichsten blieb weiterhin das Setting Haushalt: Mit 644 Clustern hat dieser Sektor einen Anteil von fast 60 Prozent - er stieg in einer Woche von 53 auf 58 - und damit sind 1.691 der 4.055 Fälle diesem Setting zugeordnet.

Beim Haushalts-Cluster, in dem sich Mitglieder untereinander anstecken, kann bei der Bekämpfung der Virenausbreitung eher wenig getan werden, nachdem die einbringende Quelle nicht bekannt ist. Daher gilt es, davor anzusetzen, wie AGES-Epidemiologin Daniela Schmid mehrfach betonte. Zum Beispiel im Bereich Freizeit, wo der Anteil bei 25 Prozent und 1.000 Fällen in einer Woche gelegen ist.

Zwei neue Beispiele für das Freizeit-Setting aus KW32 zeigen einmal Cluster-Entstehungen bei einer Geburtstagsfeier in Niederösterreich und ein weiteren in der Steiermark. Dort endete die Party mit 36 infizierten Jugendlichen zwischen 18 und 20 Jahren. Im Zuge des Contact-Tracings durch die Behörden wurde die Angabe von ursprünglich fünf bis sechs Personen widerlegt. Weitere Infektionen in einer Schule folgten durch drei Mitschüler, die zumindest bei der Party gewesen sein könnten und bei einem Lehrer sowie in den Familien der Partygäste.

Ein Fall aus der Steiermark ergab einen 17 Personen-Cluster bei einem Fußballverein nach geselliger Runde im Vereinslokal: Ein Spieler mit bereits leichten Symptomen reichte aus, dass sowohl Spieler der Kampfmannschaft, der Reserve und eine Spielerin der Damenmannschaft infiziert wurden - ein deutliches Indiz dafür, dass die Übertragung nicht während des Fußballspiels selbst stattgefunden haben, hieß es in der Analyse der AGES.

Die Clusteranalyse ist ein maßgebliches Tool für die Corona-Kommission, definiert ist ein Cluster laut WHO durch eine Häufung an Fällen nach Zeit oder Ort beziehungsweise eine Häufung von Fällen, die sich durch eine gemeinsame Exposition auszeichnen, beispielsweise eine gemeinsame Reise - die bekannten Reisecluster des Sommers, oder der Besuch einer Freizeitveranstaltung, also Feiern oder Partys. Je nach seiner Herkunft wirkt sich ein Cluster in seiner Gewichtung auf die Empfehlung der Corona-Kommission zur Schaltung der Ampel aus.

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