Coronavirus - Deutsche Wirtschaft erst 2023 auf Vorkrisenniveau?

Eindämmung von Neuinfektionen laut Prognos-Prognose entscheidend

Die Verschärfung der Coronakrise könnte die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung von Forschern des Beratungsunternehmens Prognos über Jahre zurückwerfen. "Das aktuelle Pandemie-Geschehen gibt großen Anlass zur Sorge, dass die akuten, aber auch dauerhaften wirtschaftlichen Folgen deutlich gravierender ausfallen als in den vergangenen Monaten erwartet", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Krisenszenario. In Summe fehlten dann drei bis vier Jahre Wachstum.

Je zügiger es gelinge, die steigenden Infektionszahlen einzudämmen, desto geringer werde der wirtschaftliche Schaden ausfallen, stellte Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer weiter fest. Die Prognos-Volkswirte haben in ihrem Krisenszenario angenommen, dass sich die bisher erwartete Erholung der Konjunktur um zwei Quartale verzögert. Die Forscher unterstellen einen erneuten, im Vergleich zum Frühjahr aber milderen Einbruch der Wirtschaft: Konsumenten und Unternehmen dürften sich wegen zunehmender Unsicherheit mit Ausgaben und Investitionen zurückhalten, steigende Infektionszahlen in anderen Ländern bremsen die Exportwirtschaft.

Für 2020 ergäbe sich in diesem Szenario ein Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 8,1 Prozent. Die Erholung im Jahr 2021 dürfte mit 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum schwächer ausfallen als bisher erhofft. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 würde das BIP der größten Volkswirtschaft Europas demnach im Jahr 2021 um fast 190 Milliarden Euro niedriger ausfallen. Je Einwohner wären das der Berechnung zufolge 2200 Euro Einbußen.

"Ende 2021 liegt die Wirtschaftsleistung noch immer um 3,5 Prozent unter dem Niveau von Ende 2019", schreiben die Ökonomen. "Das Vorkrisenniveau erreichen wir erst im Verlauf des Jahres 2023."

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