Coronavirus - Klagen über geringe Maskenakzeptanz in Kärntner Heimen

Vier Pflegeheimbewohner nach Ausbrüchen vergangene Woche gestorben - Schärfere Maßnahmen werden diskutiert - Koordinationsgremium tagt am Samstagnachmittag

In Kärnten bereitet geringe Akzeptanz von Schutzmaßnahmen wie der Maskenpflicht für Besucher von Pflegeheimen den Verantwortlichen Sorgen. In den vergangenen Wochen mit den steigenden Infektionszahlen der zweiten Welle wurden in acht Pflegeheimen Fälle von Covid-19 registriert. Viele Infizierte, einige Patienten im Krankenhaus und der Tod von vier Pflegeheimbewohnern in der vergangenen Woche waren das Resultat.

Nun werden schärfere Maßnahmen zum Schutz der Menschen in den Heimen diskutiert, sagte Gerd Kurath vom Landespressedienst am Freitag in einer Videokonferenz mit Journalisten. Für Freitagnachmittag war ein Gespräch mit Pflegeheimbetreibern dazu geplant. Man müsse die Besucher nochmals sensibilisieren und klare Regeln aufstellen. Pflegeheimbewohner vor Ansteckung zu schützen ist auch ein Ziel der Antigen-Teststrategie, die sich in Ausarbeitung befindet.

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) appellierte anlässlich Allerheiligen, auf Halloween-Partys zu verzichten. Zu den angekündigten Verschärfungen der Bundesregierung meinte er: "Wir haben alle ein Ziel: wir müssen auf Grund der explodierenden Infektionszahlen und der steigenden Hospitalisierungen Menschenansammlungen für einen beschränkten Zeitraum vermeiden und damit die Infektionsweitergabe unterbinden." Schulen sollen aber offen bleiben. "Trotzdem sind ab 2. November externe Schulveranstaltungen abgesagt und schulfremde Personen haben keinen Zutritt mehr in Schulgebäude." Nach der Konferenz mit den Landeshauptleuten und der Bundesregierung am Samstag wird das Kärntner Koordinationsgremium tagen und die Umsetzung der Maßnahmen besprechen.

Unterdessen wurde das Contact Tracing in Kärnten personell aufgestockt und soll das noch weiter werden. Mittlerweile gibt es rund 200 Contact Tracer im Land, 39 davon sind Soldaten, die zum Teil dafür vom Grenzeinsatz abgezogen wurden. Die Bezirkshauptmannschaften haben nun die neue Möglichkeit, freie Dienstnehmer in dem Bereich zu beschäftigen, außerdem gibt es Unterstützung der AGES und das Angebot der Polizei zur Hilfe. Innerhalb der Bezirkshauptmannschaften wurden Kapazitäten in Richtung Contact Tracing verschoben. Man bitte daher die Bevölkerung um Nachsicht, wenn andere Aufgaben länger dauern können, so Kurath.

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