Coronavirus - Lage in Spitälern im Westen "noch nicht dramatisch"

Kapazitäten noch ausweitbar

Angesichts steigender Covid-Patienten in Spitalsbehandlung stellt sich die Frage, wie die Krankenhäuser ausgelastet sind. Interessant ist dabei vor allem ein Blick auf die Bundesländer im Westen mit den aktuell höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen (Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner).

In Vorarlberg sind nach Angaben von Gerald Fleisch, Direktor der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, 430 von insgesamt 1.900 Spitalsbetten für Covid-19-Patienten reserviert. Zudem stehen 51 Intensivbetten zur Verfügung, bei Bedarf können weitere 53 Beatmungsplätze aufgerüstet werden. Fleisch sah - wie er kürzlich gegenüber Vorarlberger Medien betonte - hinsichtlich der Kapazitäten in den Krankenhäusern des Landes "noch keine dramatische Situation".

Die Verantwortlichen behalten darüber hinaus im Auge, bei Notwendigkeit wie im Frühjahr ein Notversorgungszentrum auf dem Messegelände in Dornbirn aufzubauen. In der Messehalle 9 waren zwei Stationen mit je 100 Betten und Sauerstoffversorgung eingerichtet. In Betrieb genommen werden musste das Notversorgungszentrum im Frühjahr aber nicht.

Laut den Zahlen vom Donnerstag waren in Vorarlberg 81 Covid-19-Patienten hospitalisiert. 67 wurden auf Normalstationen behandelt, 14 auf der Intensivstation. Allerdings ist in den vergangenen Tagen die Zahl der Corona-Erkrankten, die im Spital versorgt werden müssen, stark angestiegen. Noch am 18. Oktober - vor nicht einmal zwei Wochen - hatten die Vorarlberger Krankenhausärzte lediglich 19 Corona-Patienten zu behandeln gehabt (14 auf der Normal-, fünf auf der Intensivstation).

In Tirol befanden sich mit Stand Freitagvormittag 169 Covid-19-Patienten in Spitalsbehandlung. Davon wurden 28 Patienten auf einer Intensivstation und 141 auf Normalstationen behandelt, teilte das Land mit. Zusätzlich zu den aktuell mit Covid-Patienten belegten 169 Betten wurden 52 weitere Betten explizit für Corona-Patienten vorgehalten - davon 47 auf Normal- sowie fünf auf Intensivstationen. Bei Bedarf können in den Krankenanstalten noch zusätzliche Ressourcen bereitgestellt werden. Vorerst wurde in Tirol in den Krankenhäusern noch der Regelbetrieb aufrechterhalten, das heißt, dass auch noch alle Routine-Operationen durchgeführt wurden. In den vergangenen Monaten sei vom Einsatzstab Gesundheit gemeinsam mit den Tiroler Krankenanstalten ein Stufenplan ausgearbeitet worden. Dadurch sollen die Krankenanstalten flexibel auf den steigenden Bedarf an Betten reagieren können. In dem Plan enthalten ist auch eine mögliche stufenweise Reduktion planbarer Operationen, um zusätzliche Ressourcen zu schaffen. Sollte über die Krankenhauskapazitäten hinaus Bedarf bestehen, werde die mögliche Errichtung weiterer Infrastruktur vonseiten des Landeseinsatzstabes umgehend geprüft und bei Bedarf schnellstmöglich umgesetzt.

Im gesamten Bundesland Salzburg stehen aktuell bis zu 340 Spitalsbetten für Covid-19-Patienten zur Verfügung, davon 45 für Intensivpatienten. Belegt waren davon am Freitagvormittag 91 Normal- und 15 Intensivbetten, bei weiteren 14 Patienten stand das Ergebnis des Covid-Tests noch aus, sagte Wolfgang Fürweger, Sprecher des medizinischen Covid-Krisenstabs im Land, zur APA. "Wir hoffen, dass wir mit den gut 300 Betten das Auslagen finden."

Gut die Hälfte der derzeit hospitalisierten Corona-Erkrankten wird im Uniklinikum in Salzburg (50 in Normal- und neun in Intensivbetten) betreut, im Krankenhaus Schwarzach sind aktuell 15 Normal- und sechs Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, in St. Veit liegen zehn, bei den Barmherzigen Brüdern sieben, im Tauernklinikum fünf und in Oberdorf vier Infizierte jeweils in Normalbetten.

Am Mittwoch hatte der Landes-Medizinstab den Stufenplan aktualisiert und eine sechste Stufe eingeführt, die in Summe 222 Normal- und 45 Intensivbetten vorsieht. Dazu kommen noch 50 Betten im ehemaligen Wehrle-Sanatorium sowie 25 im Krankenhaus St. Veit, die für Bewohner von Seniorenheimen oder Behinderteneinrichtungen vorgesehen sind, die aufgrund eines positiven Coronatests aus ihrer Einrichtung abgesondert werden müssen und Pflege brauchen, sagte Fürweger. Diese maximal 75 Patienten sollen von niedergelassenen Ärzten und dem Roten Kreuz betreut werden.

Die steigende Zahl an Covid-Patienten hat natürlich auch Auswirkungen auf den Regelbetrieb: Stehen im Uniklinikum üblicherweise 28 bis 33 Operationssäle zur Verfügung, so wären es bei der Vollbelegung mit Corona-Erkrankten nur mehr 15 Säle.

Der neuerliche Aufbau eines Behelfsspitals im Messezentrum ist laut dem Sprecher derzeit nicht geplant. "Das wäre der allerletzte Schritt." Im Frühjahr 2020 waren in einer Messehalle 352 Kojen mit je zwei Betten für Patienten aufgestellt worden, die zwar ins Krankenhaus müssen, aber keine intensivmedizinische Versorgung oder Beatmung brauchen. Das Behelfsspital musste aber nie in Betrieb genommen werden.

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