Covestro will 2021 Vor-Pandemie-Niveau übertreffen

Umsatz und Gewinn sanken 2020 wegen Coronakrise - Dividende soll auf 1,30 Euro je Aktie steigen - Neue Konzerngliederung trennt Spezial- vom Massengeschäft

Der deutsche Kunststoffhersteller Covestro stellt nach dem coronabedingten Umsatz- und Gewinneinbruch im vergangenen Jahr eine Rückkehr auf den Wachstumskurs in Aussicht. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei, die Unsicherheit besteht natürlich weiter", sagte Finanzchef Thomas Toepfer am Dienstag bei der Veröffentlichung der Jahresbilanz 2020. Der Konzern äußerte jedoch Optimismus.

"Wir sehen deutliche Signale in den Märkten, dass es eine hohe Nachfrage nach unseren Produkten gibt, und wir sehen ein gutes Momentum auch mit unserem Start ins Jahr 2021", sagte Toepfer weiter. Der DAX-Konzern stellt für das laufende Jahr Ergebnisse über dem Niveau von 2019 in Aussicht: Im Kerngeschäft wird ein Mengenwachstum von zehn bis 15 Prozent erwartet und der Betriebsgewinn (Ebitda) soll zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro liegen.

Im vergangenen Jahr traf die Corona-Krise den Kunststoffhersteller hart, etwa weil in der Autobranche, einer wichtigen Kundengruppe, die Bänder im Frühjahr teilweise stillstanden. Trotz einer Erholung ab der Jahresmitte und kräftigen Zuwächsen im vierten Quartal konnten die pandemiebedingten Einbußen nicht wettgemacht werden. Insgesamt erzielte Covestro ein Ebitda von 1,47 Milliarden Euro. Das ist 8,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, liegt aber am oberen Ende der eigenen Gewinnprognose. Der Umsatz sank um 13,7 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro, die Absatzmenge im Kerngeschäft ging um 5,6 Prozent zurück. Unter dem Strich fiel der Nettogewinn um 16,8 Prozent auf 459 Millionen Euro.

An die Aktionäre soll dennoch eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie ausgezahlt werden, 10 Cent mehr als vergangenes Jahr. Auch künftig will Covestro 35 bis 55 Prozent des Nettogewinns an die Eigentümer auszahlen. Die vorgeschlagene Dividende entspricht 55 Prozent Ausschüttungsquote.

Schub verspricht sich das Unternehmen auch vom jüngst übernommenen DSM-Beschichtungsgeschäft und einer Neugliederung der Geschäftsfelder. Mit der DSM-Sparte stärke Covestro das margenstarke Spezialchemiegeschäft, sagte Vorstandschef Markus Steilemann. Und ab Juli wird der Konzern sein Geschäft in zwei Segmente mit sieben operativen Einheiten führen statt in bisher drei Sparten. Mit der Maßnahme wird das Massengeschäft mit Urethan-Schaum, Polycarbonat-Kunststoffen und Basischemikalien, wo es vor allem um niedrige Kosten geht, besser von Spezialprodukten abgegrenzt.

An der Börse kam der Jahresabschluss gut an: Mit einem Kursplus von 0,9 Prozent war Covestro einer der wenigen Gewinner im DAX und unter den europäischen Chemiewerten.

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