DAX schließt mit Minus von 0,55 Prozent

Entwicklungen rund um Coronakrise belasten deutschen Leitindex - Deutschland steht kurz vor Lockdown-Verlängerung - Energie-Aktien im DAX wenig gesucht

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag nach dem rekordhohen Jahresauftakt weitere Gewinne eingestrichen. Der DAX verlor 0,55 Prozent auf 13.651,22 Punkte. Hingegen brachte der MDAX mit den mittelgroßen deutschen Unternehmen ein Plus von 0,35 Prozent auf 31.059,88 Punkte über die Ziellinie.

Am Vortag hatte der DAX mit einem Rekord von 13.907 Punkten einen positiven Jahresstart hingelegt, im späten Handel aber bereits unter ersten Gewinnmitnahmen gelitten. Am zweiten Handelstag des Jahres belasteten nun die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise den deutschen Leitindex wieder stärker.

So steht Deutschland wegen der immer noch hohen Corona-Infektionszahlen vor einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Jänner und weiteren Verschärfungen zur Reduzierung der Kontakte. Die Impfstoff-Euphorie der vergangenen Wochen weicht somit wieder mehr den Sorgen. "Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie beeinflussen die Kurse und bestimmen das Gesamtbild im DAX", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect.

Für Unsicherheit sorgten auch die Stichwahlen im US-Bundesstaat Georgia um zwei Sitze im wichtigen US-Senat. Sie haben inzwischen begonnen und ihr Ergebnis entscheidet darüber, ob die Republikaner von Donald Trump ihre Mehrheit verteidigen können - oder die Demokraten neben dem Repräsentantenhaus künftig auch die andere Kongresskammer beherrschen werden. Mit der Kontrolle über den Senat könnte der künftige Präsident Joe Biden durchregieren.

Im DAX lagen die Versorgertitel von RWE und Eon weit hinten mit minus 2,09 beziehungsweise minus 2,45 Prozent. Europaweit wurde die Branche am Dienstag gemieden.

Weiter im Höhenflug sind dafür die Aktien des Essenslieferanten Delivery Hero, die erstmals die Marke von 145 Euro übersprangen und den Handel etwas darunter mit plus 5,53 Prozent beendeten. Ihnen spielt der verlängerte Lockdown mit Schließung von Restaurants weiter in die Karten, wie auch dem Kockboxenversender Hellofresh. Dessen Papiere erreichten ebenfalls ein Rekordhoch und schlossen unter den Top-Werten im MDAX 5,88 Prozent höher.

Mit Neugeschäftszahlen stand der mit Manipulationsvorwürfen konfrontierte Leasingspezialist Grenke im Blick. Zum Befreiungsschlag wurden die Zahlen nicht. Die Aktien verloren im Nebenwerteindex SDAX, in den sie kurz vor Weihnachten abgestiegen waren, 3,43 Prozent.

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