Devisen Wien (17.00): Euro etwas schwächer zum US-Dollar

Gemeinschaftswährung bei 1,1727 Dollar

Der Euro hat am Mittwoch einen Teil der Gewinne seit Beginn der Woche wieder abgegeben. Am späten Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1727 US-Dollar gehandelt, nachdem sie in der vergangenen Nacht noch zeitweise bis auf 1,1755 Dollar gestiegen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1708 (Dienstag: 1,1702) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8541 (0,8545) Euro.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Erholung des Dollar, die den Euro im Gegenzug etwas unter Druck gesetzt habe. "Der US-Währung ist wohl eine kleine Verschnaufpause nach dem scharfen Abwertungstrend der letzten beiden Tage gegönnt", kommentierte Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Sie verwies allerdings auf politische Risiken, die durch die US-Präsidentschaftswahlen drohen. Das erste TV-Duell zwischen Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden wurde von Beobachtern als chaotisch beschrieben.

Am Devisenmarkt standen Aussagen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Fokus. Ihre Äußerungen deuteten darauf hin, dass die Zentralbank auf eine Änderung ihres seit 2003 bestehenden Inflationsziels zusteuern könnte. Konkret deutete Lagarde an, dass die EZB Zeiten mit besonders niedriger Inflation dadurch ausgleichen könnte, dass sie zeitweise höhere Inflationsraten akzeptiere. Eine ähnliche Strategie hatte unlängst die US-Notenbank Fed eingeführt.

Konjunkturdaten zeigten keine größeren Auswirkungen am Devisenmarkt. Am Morgen konnten ein unerwartet starker Anstieg der Umsätze im deutschen Einzelhandel und ein Rückgang der Zahl der Arbeitslosen in Deutschland den Euro nicht beflügeln. Am Nachmittag zeigte ein unerwartet starker Anstieg der Beschäftigung in der amerikanischen Privatwirtschaft ebenfalls kaum Wirkung. Eine neue Veröffentlichung zum Wirtschaftseinbruch in den USA im zweiten Quartal zeigte keine größere Veränderung zur einer vorangegangenen Erhebung.

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