Devisen Wien (Nachmittag): Euro steigt bis auf 1,2349 Dollar

Höchster Stand seit April 2018 - Aktuell wieder knapp darunter bei 1,2338 Dollar

Der Euro hat am Mittwoch gegenüber dem US-Dollar zugelegt und einen neuen mehrjährigen Höchststand erreicht. Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2349 Dollar und kostete damit so viel wie zuletzt im April 2018. Das jüngste Hoch, das vor wenigen Tagen erreicht worden war, wurde klar übertroffen. Zuletzt wurde der Euro bei 1,2338 Dollar gehandelt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag mit 1,2271 Dollar festgesetzt.

Unterstützung erhielt der Euro durch den auf breiter Front schwächelnden Dollar. Der Greenback wurde durch die Aussicht auf eine faktische Mehrheit der Demokraten im US-Senat belastet. Hintergrund sind zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia, deren Ausgang noch offen ist. Prognosen legen aber nahe, dass die Republikaner ihre bisherige Senatsmehrheit verlieren.

Sollten beide Sitze an die Demokraten gehen, müsste der designierte US-Präsident Joe Biden mit deutlich weniger Widerstand im Senat rechnen. Er könnte damit seine politische Agenda besser umsetzen. Erwartet werden in diesem Fall deutlich höhere Staatsausgaben. Dies könnte mit höherem Wirtschaftswachstum, aber auch höheren Inflationsraten einhergehen. Der Dollar leidet unter dieser Aussicht.

Neben der Politik stehen zur Wochenmitte zahlreiche Konjunkturdaten auf dem Programm. In der Eurozone hellte sich die Unternehmensstimmung im Dezember auf, allerdings weniger stark als erwartet. Nach wie vor ist die Stimmung unter den Dienstleitern wesentlich schlechter als in der Industrie, die weniger stark von den Corona-Beschränkungen betroffen ist.

In den USA ist unterdessen die Beschäftigung in der Privatwirtschaft erstmals seit dem vergangenen April wieder gefallen. Im Dezember sei die Zahl der Beschäftigten im Monatsvergleich um 123.000 gesunken, teilte der Arbeitsmarktdienstleister ADP mit. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um 75.000 gerechnet.

Später am Nachmittag folgen noch US-Zahlen zu den Industrieaufträgen im November. Am Abend wird das Protokoll zur vergangenen Zinssitzung der Notenbank Federal Reserve veröffentlicht.

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