Erdogan verteidigt umstrittenen Devisenkurs seines Schwiegersohns

Reserven während der Amtszeit von Berat Albayrak als Finanzminister eingebrochen - Landeswährung sackte ab - Seit Rücktritt des Ministers im November Lira-Aufwertung um mehr als 20 Prozent

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verteidigt den während der Amtszeit seines Schwiegersohns Berat Albayrak als Finanzminister erlittenen Einbruch der Devisenreserven. "Dank der Devisentransaktionen ist es unserem Land gelungen, trotz schwerer internationaler Schocks an seinen Zielen festzuhalten", sagte Erdogan am Montag in einer Rede vor einem Kongress seiner regierenden AK-Partei.

Es seien schwierige Zeiten gewesen. Damit sollte sichergestellt werden, dass es keine Probleme mit der Zahlungsbilanz gebe.

Während Albayraks zweijähriger Amtszeit war die Landeswährung Lira immer wieder auf Rekordtiefs abgesunken. Staatsbanken versuchten, durch den Verkauf Devisenvorräten im Wert von 130 Milliarden Dollar (107 Mrd. Euro) den Kurs zu stützen. Die größte Oppositionspartei CHP macht Erdogans Schwiegersohn für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verantwortlich. Sie fordert Aufklärung darüber, was mit den Devisenvorräten genau geschehen sei. Erdogan kritisierte die Kampagne der CHP, die dafür soziale Medien nutzt, als Angriff auf seine Familie.

Albayrak trat im vergangenen November zurück. Seither hat die Lira um mehr als 20 Prozent aufgewertet. Sein Nachfolger Lutfi Elvan hat dessen früheren Kurs verteidigt. "Ich verurteile die ungerechte und unverschämte Rhetorik der CHP aufs Schärfste", twitterte Elvan. Ein Anwalt von Albayrak sagte, sein Mandant werde Schadenersatz einklagen.

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