EU-Aufbaufonds - Klimaschutz für Gewessler Weg aus der Krise

Umweltministerin: Nehmen Vorreiterrolle ein - Gewerkschaft beklagt erneut fehlende Einbindung

Für die Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) führt der Weg aus der Coronakrise über den Klimaschutz. "Genau aus diesem Grund wurde auf europäischer Ebene beschlossen, dass mindestens 37 Prozent des Aufbau- und Resilienzplans in den Klimaschutz fließen müssen. Wir in Österreich haben uns vorgenommen, diesen Wert zu übertreffen", erklärte Gewessler am Mittwoch in einer Aussendung. "Wir wollen vorangehen und Österreich auch in Europa zum Vorreiter im Klimaschutz machen."

Mehr Klimaschutz, also Maßnahmen, um die Erderhitzung in Grenzen zu halten würden, würden für eine stabile Wirtschaft und sicherere Arbeitsplätze sorgen sowie "für eine gute Zukunft für uns alle", so Gewessler.

Beim Klimaschutz geht es vorrangig darum, den globalen Temperaturanstieg auf weniger als zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Noch besser wären 1,5 Grad Celsius, doch zuletzt mehrten sich die Stimmen in der Wissenschaft, wonach es für das 1,5-Grad-Ziel bereis zu spät ist.

Der Gewerkschaftsbund ÖGB beklagt beim EU-Aufbaufonds indes erneut, nicht ausreichend eingebunden sein. Es sei lediglich eine E-Mail-Adresse genannt worden, an die man die Vorschläge schicken solle. "Wir haben gekriegt ein Postfachl", sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal. Die türkis-grüne Regierung beschließt heute im Ministerrat, bis Ende April einen Plan vorzulegen, wie die mehr als drei Milliarden Euro aus Brüssel ausgegeben werden.

Der ÖGB drängt darauf, mit dem Geld Arbeitsplätze zu schaffen. Die Regierung will die Ziele bei Umweltschutz und Digitalisierung übererfüllen. Aus dem Büro der für die Koordinierung zuständigen EU-Ministerin Karoline Edtstadler hieß es gegenüber dem ORF-Radio, es sei noch am Dienstagabend ein Gesprächstermin mit der Gewerkschaftsspitze vereinbart worden. Auch mit dem Gemeindebundpräsidenten und dem Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz sei bereits geredet worden.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten