EU fordert vollen Zugang zu Konfliktgebieten in Äthiopien

Borrell: "Das ist internationales Recht"

Die EU besteht im Äthiopien-Konflikt auf vollen Zugang humanitärer Helfer zu den betroffenen Gebieten. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell übermittelte nach eigenen Angaben im Gespräch mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten von Äthiopien, Demeke Mekonnen, "dass die EU wegen der Lage in Tigray Alarm schlägt".

"Voller und uneingeschränkter humanitärer Zugang muss gewährt werden", twitterte Borrell am Samstag. "Das ist keine Forderung der EU - das ist internationales Recht." Ähnliche Appelle an die äthiopische Regierung hat es in den vergangenen Wochen immer wieder gegeben.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass 2,3 Millionen Menschen in Tigray dringend Hilfe brauchen, darunter 1,3 Millionen wegen des Konflikts. Die UNO und ihre Partner könnten inzwischen Gebiete erreichen, die zuvor unzugänglich gewesen seien, sagte Stephane Dujarric, der Sprecher des UNO-Generalsekretärs Antonio Guterres, am Freitag (Ortszeit). Allerdings sei der Zugang zu den meisten Teilen des Nordwestens, Ostens und Zentrums Tigrays wegen der "andauernden Unsicherheit und bürokratischen Hürden" noch immer eingeschränkt.

Die äthiopische Regierung hatte Anfang November eine Offensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die in der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund des Konflikts sind Spannungen zwischen Tigray und der Zentralregierung. Addis Abeba hatte zwar die Hauptstadt von Tigray eingenommen und die Offensive für beendet erklärt, es kommt aber weiterhin zu Kämpfen. Telefon- und Internetverbindungen wurden während des Konflikts gekappt, und noch immer ist die Kommunikation vielerorts eingeschränkt. Mehr als 50.000 Menschen sind bisher laut UNHCR in das Nachbarland Sudan geflohen und Tausende innerhalb Äthiopiens auf der Flucht.

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