EU-Kartellstrafe gegen Autozulieferer Brose und Kiekert

Wegen Preisabsprachen bei Fensterhebern, Schließsystemen oder Türteilen - Kanadischer Magna-Konzern geht als Tippgeber straffrei aus

Die deutsche Autozulieferer Brose und Kiekert bekommen von der EU-Kommission eine Kartellstrafe aufgebrummt. Insgesamt müssen beide Unternehmen rund 18 Millionen Euro zahlen, wie die Wettbewerbshüter am Dienstag in Brüssel mitteilten. Den Ermittlungen zufolge sprachen die Firmen unter anderem Preise für Fensterheber, Schließsysteme oder Türteile miteinander ab und tauschten vertrauliche Informationen aus.

"Solche Kartelle schaden letztlich den europäischen Verbrauchern und mindern die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Auch der kanadische Zulieferkonzern Magna beteiligte sich laut der Brüsseler Behörde an den illegalen Abstimmungen - er kam aber straffrei davon, weil er die Kommission ins Bild gesetzt hatte.

Magna und Brose hätten die Türmodule und Fensterheber an Daimler geliefert, hieß es. Zusammen mit Kiekert verkaufte Magna zudem Komponenten für Schlösser an Daimler und BMW. Im Fall von Kiekert liegt die Geldbuße bei knapp 15 Mio. Euro, bei Brose bei etwa 3,2 Mio. Euro.

Vestager sagte, die Teilnehmer des Kartells hätten mithilfe ihrer geheimen Kontakte Preissenkungen verhindern und so ihre Gewinne mit den Bauteilen erhöhen wollen. Es habe sowohl persönliche Treffen als auch Absprachen per Telefon oder E-Mail gegeben. Der betreffende Zeitraum reichte von Juni 2009 bis Mai 2012.

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