Europas Börsen zu Mittag weiter schwach, Euro-Stoxx-50 verliert 0,7 %

Hohe Infektionszahlen und neue Lockdown-Verschärfungen bremsen Märkte - Impulse von US-Daten am Nachmittag erwartet

Die europäischen Börsen haben am Freitag zu Mittag weiter im Minus notiert. Der Euro-Stoxx-50 hielt gegen 12 Uhr mit einem Abschlag von 0,66 Prozent bei 3.617,20 Punkten. Der deutsche Aktienindex DAX fiel um 0,61 Prozent auf 13.901,76 Zähler. Der FTSE-100 in London verlor 0,85 Prozent auf 6.743,98 Punkte. Für Zurückhaltung an den Börsen sorgten die hohen Corona-Infektionszahlen sowie die Verschärfungen der Corona-Maßnahmen in einigen Ländern.

In Deutschland nimmt die politische Diskussion über eine zeitnahe Verschärfung der Restriktionen derzeit Fahrt auf, inklusive der Forderung nach einem kompletten Lockdown. Auch Frankreich hat seine Maßnahmen angesichts der schnellen Ausbreitung der neuen britischen Virusmutation verschärft. Dort gilt ab Samstag eine landesweite Ausgangssperre ab 18.00 Uhr.

Die Nachricht über ein geplantes Corona-Konjunkturpaket in den USA wurde hingegen an den Märkten vorerst ignoriert. Der künftige US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstag Pläne für ein Hilfspaket im Umfang von 1,9 Billionen Dollar vorgestellt. Ein Paket in diesem Ausmaß sei aber an den Märkten schon erwartet worden, hieß es.

Zu den Aktien im Fokus zählen nach Meldung von Quartalszahlen SAP. Die Aktien des Softwarekonzerns stiegen zu Mittag um 0,65 Prozent. SAP hatte am Vorabend für das vierte Quartal einen leichten Anstieg des Betriebsergebnis auf 8,28 Mrd. Euro gemeldet. Die zuvor bereits gekappten Jahresziele hat das Unternehmen damit erreicht.

Unter den Gewinnern fanden sich im Euro-Stoxx-50 auch einige Bankwerte. So waren ING mit einem Plus von 1,37 Prozent die größten Gewinner im Index. In London stiegen Indivior um 8,48 Prozent, nachdem der Pharmakonzern seine Prognosen erhöht hatte.

Schwach zeigten sich europaweit hingegen Aktien aus der Ölbranche wie Total (minus 0,83 Prozent) oder BP (minus 1,31 Prozent). Auch Bergbaukonzerne wie BHP (minus 2,26 Prozent) gaben deutlich nach.

In Paris büßten die Aktien von Carrefour 4,06 Prozent ein und waren damit die größten Verlierer im französischen Leitindex CAC-40. Händlern zufolge belastet nach wie vor der Umstand, dass sich der französische Staat gegen eine geplante Übernahme des Handelskonzerns durch die kanadische Alimentation Couche-Tard in Stellung gebracht hat. Allerdings sei der Deal bisher noch nicht verboten worden, hieß es.

Impulse könnten jetzt im weiteren Tagesverlauf der Start der US-Berichtssaison sowie die noch anstehenden US-Konjunkturdaten bringen. Mit dem Empire-State-Index und dem Michigan Sentiment stehen dort gleich zwei prominente Stimmungsbarometer des laufenden Monats auf der Agenda.

"Während im Industriebereich der Region New York mit einem leichten Anstieg gerechnet wird, dürfte der schwache Arbeitsmarktbericht eher zu einer Eintrübung der Konsumlaune beigetragen haben", schreiben die Analysten der Helaba. Erwartet werden am Nachmittag auch Zahlen zur Industrieproduktion, den Erzeugerpreisen und den Einzelhandelsumsätzen in den USA.

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