Europas Leitbörsen am Nachmittag etwas schwächer

Ernüchterung nach starkem Wochenbeginn - Corona-Sorgen halten an

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im Verlauf leicht schwächer tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 0,22 Prozent auf 3.216,01 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 14.20 Uhr mit 12.804,41 Punkten und minus 0,52 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 0,61 Prozent und steht nun bei 5.891,67 Stellen.

Nach dem starken Wochenauftakt kehrte am Dienstag an Europas Börsen wieder etwas Ernüchterung ein. Wie schon in Asien überwog bei den Anlegern vor der anstehenden ersten Fernsehdebatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden die Zurückhaltung. Dazu steht am Freitag noch der viel beachtete monatliche US-Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. Zudem halten auch die Sorgen wegen der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft an.

Der deutliche Kursanstieg zum Wochenbeginn könnte ein zu großer Schluck aus der Flasche gewesen sein, sagte Marktanalyst Andreas Lipkow von der Comdirect Bank mit Verweis auf die Gewinnmitnahmen. "Zudem ist die Situation in der europäischen Konjunkturlandschaft weiterhin äußerst angespannt und fragil. Von einer robusten Konjunkturerholung kann nicht die Rede sein. Auch in den USA ist die Konjunktursituation weiterhin angespannt", ergänzte er.

Aktuelle Konjunkturdaten fanden daher Beachtung: Die Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone hat sich im September stärker als erwartet aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im September um 3,6 Zähler auf 91,1 Punkte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einer Zunahme auf 89 Punkte gerechnet.

Die Inflation in Deutschland ist im September erneut unter die Nullmarke gerutscht. Die Verbraucherpreise lagen um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Ein Branchenvergleich zeigte den Bank-Sektor unter den größeren Verlierern. Am Montag hatte er sich noch von einem vorangegangenen Rekordtief erholt und an die Spitze des Branchentableaus gesetzt. Zu den größeren Verlierern im Euro-Stoxx-50 zählten demnach Banco Santander mit einem Abschlag in Höhe von 2,7 Prozent. BNP Paribas verloren 2,2 Prozent an Wert und ING Groep schwächten sich um 1,2 Prozent ab.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es kaum. Bei Adyen freuten sich die Anteilseigner über ein Plus von 1,2 Prozent. Am Nachmittag findet eine Kapitalmarktveranstaltung des Zahlungsabwicklers statt, von dem sich die Anleger offenbar positive Nachrichten erhoffen.

Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) hat Vorwürfe klagender US-Investoren zurückgewiesen, die Entschädigung für milliardenschwere Anlageverluste fordern. Die Allianz-Tochter ist mit mehreren Klagen von institutionellen Investoren konfrontiert, die sie für dramatische Verluste verantwortlich machen. Die Allianz-Papiere sanken um 1,3 Prozent.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten