Europas Leitbörsen am Nachmittag weiter etwas höher

Euro-Stoxx-50 zuletzt 0,34 Prozent im Plus - US-Arbeitsmarktdaten mit wenig Einfluss - Automobilwerte gesucht

Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstagnachmittag weiter etwas höher tendiert. Die Aktienmärkte bewegten sich auf ähnlichen Niveaus wie im Mittagshandel. Die am Nachmittag veröffentlichten wöchentlichen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt verfehlten zwar die Erwartungen. Im Handel schlug sich dies aber kaum nieder. An den US-Börsen zeichnete sich ein Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn eine wenig veränderte Eröffnung ab.

Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 lag am Nachmittag 0,34 Prozent im Plus bei 3.628,81 Punkte. Der deutsche Leitindex DAX stieg in Frankfurt um 0,20 Prozent auf 13.966,97 Einheiten. Der FTSE-100 in London legte 0,41 Prozent auf 6.773,44 Zähler zu.

An den Börsen wird derzeit vor allem allem auf den Amtswechsel in Washington in der kommenden Woche gewarten und damit auch auf die ersten Schritte, die der neue US-Präsident Joe Biden zur Stützung der Wirtschaft unternehmen will. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN plant Biden, ein zwei Billionen Dollar schweres Paket vorzuschlagen.

Für etwas Zurückhaltung dürfte an den europäischen Handelsplätzen dagegen die drohende Regierungskrise in Italien sorgen. Nach dem Rückzug der Mini-Partei Italia Viva von Matteo Renzi aus dem Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte steht das Mitte-Links-Bündnis ohne eigene Mehrheit im Parlament da. Der italienische FTSE-MIB-Index lag am Nachmittag 0,11 Prozent im Minus bei 22.719,08 Zählern.

Bei den Einzelwerten setzten sich die Aktien der in Amsterdam notierten Internetgesellschaft Prosus mit einem Plus von viereinhalb Prozent an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Am Vorabend war berichtet worden, dass die US-Regierung Insidern zufolge Abstand von dem Plan genommen habe, die chinesischen Technologie-Riesen Alibaba, Tencent und Baidu mit einem Investitionsbann zu belegen. Prosus hält rund 31 Prozent an Tencent.

Klar nach oben ging es außerdem für die VW-Aktien, die zuletzt 4,2 Prozent zulegten. Händler begründeten den starken Anstieg mit Spekulationen über ein womöglich überraschend gutes Schlussquartal des deutschen Autoherstellers - trotz der erneuten Corona-Lockdowns. Auch die Titel der Konkurrenten Daimler (plus 2,0 Prozent) und BMW (plus 1,9 Prozent) notierten im Spitzenfeld des Euro-Stoxx-50.

Allgemein herrschte im Sektor aber auch viel Vorfreude für den am Samstag zum Abschluss anstehenden Zusammenschluss von Fiat Chrysler und PSA zum Autoriesen Stellantis. Die Papiere der beiden beteiligten Konzerne rückten mit jeweils rund vier Prozent vor - im Falle von Fiat Chrysler galt dies bereinigt um die Dividende.

Gut gesucht waren auch die Titel des niederländischen Halbleiterunternehmens ASML mit einem Plus von 3,5 Prozent. Beobachter verwiesen auf besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des taiwanesischen Branchenkollegens TSMC.

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