Europas Leitbörsen am Vormittag uneinheitlich

Gegenbewegung nach spektakulärem Wochenbeginn - Unternehmensergebnisse sorgen für Bewegung

Nach dem spektakulären Wochenauftakt mit kräftigen Gewinnen haben sich die europäischen Aktienmärkte am Dienstagvormittag uneinheitlich und noch ohne klare Richtung gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand kurz vor 10.00 Uhr mit minus 0,26 Prozent bei 3.399,09 Einheiten. Der DAX in Frankfurt verlor 0,43 Prozent auf 13.039,77 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 0,71 Prozent auf 6.230,14 Punkte hingegen freundlich.

Am Vortag hatte vor allem die Aussicht auf einen baldigen Impfstoff gegen das Coronavirus die Anleger euphorisch gestimmt. Zuvor hatte aber auch bereits der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden in den USA für gute Stimmung an den Börsen gesorgt. "Dass wir nach einem so stark positiven Handelstag nun eine Gegenbewegung nach unten sehen, sollte niemanden überraschen", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Datenseitig könnte im weiteren Tagesverlauf der Index des deutschen Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Impulse liefern. In den USA steht das NIFIB-Mittelstandsbarometer am Programm. Für Bewegung an den Märkten sorgen zudem zahlreiche Unternehmensergebnisse.

So büßten Adidas-Aktien nach Zahlenvorlage knapp ein Prozent ein. Allerdings hatten sie am Vortag auch im Zuge der Euphorie am Gesamtmarkt um 7,7 Prozent zugelegt. Der Sportartikelhersteller hatte sich im dritten Quartal kräftig erholt, sieht aber weiterhin hohe Corona-Unsicherheit. Ein Händler stellte in der Früh vor allem auf die Ablösung eines KfW-Kredits ab, wodurch sich Adidas frisches Geld sichert. Somit könne Adidas Dividenden zahlen, sagte der Händler.

Die Deutsche Post erwartet nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal eine Paketflut im Weihnachtsgeschäft. "Dieses Jahr rechnen wir mit einem Paketboom, wie wir ihn noch nicht gesehen haben", sagte Konzernchef Frank Appel. Läuft alles rund und bleiben flächendeckende Lockdowns in wichtigen Regionen zum Jahresende aus, könnte die Post sogar das obere Ende ihrer angehobenen Gewinnspanne für 2020 erreichen. Die Aktien korrigierten im frühen Handel jedoch um 1,5 Prozent nach unten.

Gut nachgefragt zeigten sich im Euro-Stoxx-50 hingegen erneut Finanzwerte. So zogen ING Groep um 3,2 Prozent an und Banco Santander gewannen 2,8 Prozent. BNP Paribas und Intesa SanPaolo konnten jeweils gut zwei Prozent zulegen.

Die Aktien von Teamviewer knüpften mit minus 1,3 Prozent an die deutlichen Vortagesverluste an. Zu den nun vorgelegten Quartalszahlen des Spezialisten für Fernwartungssoftware sagte ein Händler, sie seien auf den ersten Blick etwas besser als erwartet. Dennoch hätten sich einige Marktakteure womöglich etwas mehr erhofft.

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