Europas Leitbörsen schließen etwas schwächer

Ernüchterung nach starkem Wochenauftakt - Zurückhaltung vor US-Fernsehdebatte - Finanzwerte unter größeren Verlierern

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag mit etwas tieferen Notierungen geschlossen. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor leicht um 0,28 Prozent auf 3.214,20 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte zu Handelsschluss mit 12.825,82 Punkten und minus 0,35 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 0,51 Prozent und schloss bei 5.897,50 Stellen.

Nach dem starken Wochenauftakt kehrte am Dienstag an Europas Börsen wieder etwas Ernüchterung ein. Wie schon in Asien überwog bei den Anlegern vor der anstehenden ersten Fernsehdebatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden die Zurückhaltung. Dazu steht am Freitag noch der viel beachtete monatliche US-Arbeitsmarktbericht auf der Agenda.

Der Euro konnte gegen den Dollar Boden gutmachen. Die Ölpreise gerieten am Nachmittag stärker unter Druck. Zudem halten auch die Sorgen wegen der Corona-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft an.

Auch aktuelle Konjunkturdaten fanden daher Beachtung: Die Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone hat sich im September stärker als erwartet aufgehellt. Die am Nachmittag veröffentlichen Verbraucherpreisdaten aus Deutschland zeigten für September einen unerwarteten Rückgang. Den Handel beeinflussten die Daten jedoch kaum.

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im September unerwartet stark erholt. Das Verbrauchervertrauen stieg um 15,5 Punkte auf 101,8 Zähler, wie das Marktforschungsinstitut Conference Board mitteilte. Analysten hatten hingegen nur mit einem leichten Anstieg auf 90,0 Punkte gerechnet.

Auch der Brexit rückte wieder in den Fokus. Die EU hat London eine Frist bis zum 30. September gesetzt, die Pläne für eine Aushebelung von Teilen des 2019 ausgehandelten Austrittsabkommens zurückzunehmen.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es kaum. Ein Branchenvergleich zeigte Finanzwerte und Auto-Titel unter den größeren Verlierern. Am Montag hatte sich der Bank-Sektor noch von einem vorangegangenen Rekordtief erholt und an die Spitze des Branchentableaus gesetzt. Zu den größeren Verlierern im Euro-Stoxx-50 zählten demnach Banco Santander mit einem Abschlag in Höhe von 3,8 Prozent. BNP Paribas verloren 2,6 Prozent an Wert und ING Groep schwächten sich um gut zwei Prozent ab.

Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) hat Vorwürfe klagender US-Investoren zurückgewiesen, die Entschädigung für milliardenschwere Anlageverluste fordern. Die Allianz-Tochter ist mit mehreren Klagen von institutionellen Investoren konfrontiert, die sie für dramatische Verluste verantwortlich machen. Die Allianz-Papiere sanken um 1,2 Prozent.

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