Europas Leitbörsen zu Mittag mit freundlicher Tendenz

Euro-Stoxx-50 zuletzt knapp 0,3 Prozent im Plus - Autowerte im Spitzenfeld, Konsumgütertitel schwächer

Die europäischen Leitbörsen haben sich am Donnerstag zu Mittag weiter mit freundlicher Tendenz gezeigt. Zuvor waren am Vorabend bereits die US-Börsen mehrheitlich mit leichten Kursgewinnen aus dem Handel gegangen.

Der Euro-Stoxx-50 notierte gegen 12.00 Uhr mit einem Plus von 0,29 Prozent bei 3.627,05 Punkten. Der deutsche Leitindex DAX stieg in Frankfurt um 0,17 Prozent auf 13.963,05 Einheiten. Der FTSE-100 in London legte etwas deutlicher um 0,65 Prozent auf 6.789,14 Zähler zu.

Die Marktteilnehmer warten vor allem auf den Amtswechsel in Washington in der kommenden Woche und damit auf die ersten Schritte, die der neue US-Präsident Joe Biden zur Stützung der Wirtschaft unternehmen will. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN plant Biden, ein zwei Billionen Dollar schweres Paket vorzuschlagen.

Für etwas Zurückhaltung dürfte dagegen die drohende Regierungskrise in Italien sorgen. Nach dem Rückzug der Mini-Partei Italia Viva von Matteo Renzi aus dem Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte steht das Mitte-Links-Bündnis ohne eigene Mehrheit im Parlament da. Der italienische FTSE-MIB-Index notierte in Einklang mit dem europäischen Umfeld um 0,28 Prozent höher bei 22.807,34 Punkten.

Bei den Einzelwerten setzten sich die Aktien der in Amsterdam notierten Internetgesellschaft Prosus mit einem Plus von 4,6 Prozent an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Am Vorabend war berichtet worden, dass die US-Regierung Insidern zufolge Abstand von dem Plan genommen hat, die chinesischen Technologie-Riesen Alibaba, Tencent und Baidu mit einem Investitionsbann zu belegen. Prosus hält rund 31 Prozent an Tencent.

Gut gesucht waren auch die Titel des niederländischen Halbleiterunternehmens ASML mit einem Plus von 2,4 Prozent. Beobachter verwiesen auf besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des taiwanesischen Branchenkollegens TSMC.

Klar nach oben ging es weiter für die VW-Aktien, die zuletzt 2,7 Prozent zulegten. Händler begründeten den starken Anstieg mit Spekulationen über ein womöglich überraschend gutes Schlussquartal des deutschen Autoherstellers - trotz der erneuten Corona-Lockdowns. Auch die Titel der Konkurrenten Damiler (plus 2,4 Prozent) und BMW (plus 1,6 Prozent) notierten im Spitzenfeld des Euro-Stoxx-50.

Allgemein herrschte im Sektor aber auch viel Vorfreude für den am Samstag zum Abschluss anstehenden Zusammenschluss von Fiat Chrysler und PSA zum Autoriesen Stellantis. Die Papiere der beiden beteiligten Konzerne rückten mit jeweils rund viereinhalb Prozent noch deutlicher vor als Volkswagen - im Falle von Fiat Chrysler galt dies bereinigt um die Dividende. Optisch notierten letztere wegen der Ausschüttung im Minus

Auf der Verliererseite standen dagegen Konsumgüterwerte wie Danone (minus 1,34 Prozent) und L'Oreal (minus 0,73 Prozent). Bei Danone nahm die Deutsche Bank eine leichte Kurszielsenkung vor und bestätigte ihre Anlageempfehlung "Hold".

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