Ex-Wirecard-Chef soll sich für Aussageverweigerung rechtfertigen

Darauf einigten sich die Obleute des U-Ausschusses des Deutschen Bundestages

Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun soll sich dafür rechtfertigen, dass er im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages zu den meisten Fragen die Aussage verweigert hat. Die Ausschuss-Obleute einigten sich am Mittwoch, dass Braun zwei Wochen Zeit bekommen soll, seine Aussagen zu berichtigen oder glaubhaft zu machen, warum er nicht antworten musste. Der Chef des Skandalunternehmens musste sich bei der Befragung nicht selbst belasten.

Der Österreicher Braun müsse Punkt für Punkt darlegen, warum er sich durch die Antworten strafrechtlichen Risiken ausgesetzt sah, erklärte der FDP-Finanzpolitiker Florian Toncar. Danyal Bayaz von den Grünen betonte, Braun habe nicht nur die Auskunft zu politischen Kontakten verweigert, sondern selbst einfachste Fragen wie die nach seiner Doktorarbeit. "Es ist offenkundig, dass es ihm nicht nur darum ging, sich nicht selbst zu belasten." Fabio De Masi von den Linken kündigte an, Braun müsse "die Daumenschrauben spüren". Zu politischen Kontakten zum Finanzministerium müsse er aussagen.

Braun gilt als einer der Hauptverantwortlichen für den Betrugsskandal, bei dem Wirecard über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben soll. Der Ausschuss will aufdecken, ob das deutsche Fintech-Unternehmen als aufstrebender Börsenstar von den Aufsichtsbehörden trotz Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten mit Samthandschuhen angefasst wurde.

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