EZB-Mersch: Europäische Bad Bank ohne Bankenunion wohl nicht denkbar

EZB-Direktor: Gemeinsame europäische Einlagensicherung fehlt noch

Der Aufbau einer europäischen Bad Bank ist aus Sicht von EZB-Direktor Yves Mersch ohne die Vollendung der Bankenunion kaum vorstellbar. Es fehle schließlich noch eine gemeinsame europäische Einlagensicherung, betonte der Währungshüter am Mittwoch auf einer Bankenkonferenz.

Die europäische Bankenunion besteht aus drei Säulen: Zunächst die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angedockte Bankenaufsicht. Dazu kommt die EU-Behörde zur Abwicklung maroder Banken. Dritte Säule soll eine europäische Einlagensicherung sein (EDIS), die wegen starker politischer Widerstände bisher noch nicht steht.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat gewarnt, die Coronakrise stelle die Bankenbranche vor beträchtliche Herausforderungen, falls es vermehrt zu Kreditausfällen und Firmenpleiten kommen sollte. Angesichts dieser Aussichten treibt die EZB offenbar konkrete Pläne für eine Art Bad Bank zum Abfedern möglicher neuer wirtschaftlicher Schockwellen in der Coronapandemie voran. Wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters bereits im Sommer mitteilten, ist dazu eine Projektgruppe eingesetzt worden. Diese habe Vorbereitungen für eine europäische Sammelstelle verstärkt, in der Hunderte Milliarden Euro an toxischen Krediten landen könnten.

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