Frankfurter Börse schließt mit Abschlägen

DAX holt deutliche Anfangsverluste teilweise auf und schließt mit 0,3 Prozent im Minus - ifo-Geschäftsklimaindex steigt deutlicher als erwartet

Der DAX hat am Montag einen sehr schwachen Wochenauftakt weitgehend abgewendet. Im Frühhandel war er um mehr als ein Prozent bis an die Marke von 13.800 Punkte abgesackt, dann aber half ihm ein erfreulicher ifo-Index wieder auf die Beine. Mit einem Schlussstand von 13.950,04 Punkten reduzierte der deutsche Leitindex sein Minus letztlich auf 0,31 Prozent.

Allgemein blieben zu Wochenbeginn die zuletzt spürbaren Sorgen vor steigenden Marktzinsen präsent, womit der schwache Auftakt begründet wurde. Dann aber wurde bekannt, dass die Stimmung in den deutschen Unternehmen im Februar trotz der Corona-Beschränkungen den höchsten Stand seit Oktober erreichte. Als Stütze kam hinzu, dass die britische Regierung einen Fahrplan zur Lockerung der Corona-Maßnahmen vorstellte.

In der zweiten Börsenreihe fiel das Minus am Ende wegen der Zusammensetzung der Index schwerwiegender aus. Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen büßte 1,11 Prozent auf 32.024,08 Punkte ein.

"Die Unternehmen setzen auf eine Lockerung der Corona-Fesseln und auf die gute globale Konjunktur", kommentierte Analyst Andreas Scheuerle von der Deka-Bank den im Februar aufgehellten ifo-Index. Sein Kollege Thomas Gitzel von der VP Bank sieht das Geschäftsklima aber "trotz der Verbesserung weiter in einer Grauzone". Die Maßnahmen in der Pandemie belasteten den Dienstleistungssektor immer noch schwer.

Unter den Einzelwerten am Aktienmarkt büßten im DAX die Continental-Papiere knapp zwei Prozent ein und zählten damit zu den schwächsten Werten. Wegen eines Verlustes auf Konzernebene will der Autozulieferer und Reifenhersteller für das Corona-Jahr 2020 keine Dividende zahlen. Analysten sahen in dem Schritt vor allem ein Zugeständnis an die Belegschaft wegen geplanter Werksschließungen.

Schlusslicht unter den 30 DAX-Titeln waren aber Delivery Hero mit einem Abschlag von 6,8 Prozent. Der Kursrutsch bei dem Essenslieferdienst ging einher damit, dass bisher in der Pandemie als Krisengewinner geltende Aktien im größeren Stil abgestoßen wurden. Dies galt auch für Zalando und Hellofresh im MDAX oder Westwing und Home24 im SDAX. Deren Aktien sackten um 6,5 bis 7,2 Prozent ab.

Umgekehrt waren bisher große Corona-Verlierer in der Hoffnung auf Lockerungen sehr gefragt, allen voran betraf dies den von der Krise schwer gebeutelten Reisesektor. Im MDAX folgten Fraport und Lufthansa dem um bis zu 3,5 Prozent nach oben. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Montag einen Fahrplan zum schrittweisen Aufheben des Lockdowns in Großbritannien vorgestellt.

Auch die Airbus-Aktien profitierten mit einem Anstieg um 4,4 Prozent von dem Optimismus in der Reisebranche. Die Analysten von Goldman Sachs sahen am Montag in dem Flugzeugbauer eine von zwölf Aktien, deren Perspektiven besonders stark an eine Erholung von der Coronakrise gebunden sind. Bei einer Wiederöffnung sehen die Experten signifikantes Aufwärtspotenzial.

Varta indes litten im MDAX unter negativen Analystenurteilen, sie büßten als größter Index-Verlierer 10,7 Prozent ein. Sowohl die Privatbank Hauck & Aufhäuser als auch die Berenberg-Bank senkten nach den in der vergangenen Woche vorgelegten Jahreszahlen und vor allem wegen des Ausblicks auf 2021 ihr Anlageurteil.

Im SDAX stemmten sich noch die Anteilscheine des Nutzfahrzeugzulieferers SAF-Holland gegen den negativen Markttrend. Sie profitierten mit plus 4,3 Prozent davon, dass das Unternehmen seine deutlichen Einbußen im Corona-Jahr 2020 dank eines versöhnlichen Schlussquartals etwas eindämmen konnte.

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