Frankfurter Börse schließt schwächer

US-Wahlkampf und ADP-Daten im Fokus - S&T mit minus 5,7 Prozent Schlusslicht im SDax

Die Frankfurter Börse hat am Mittwoch schwächer geschlossen. Anleger sind auch zur Wochenmitte auf der Hut geblieben. Das von Beobachtern als chaotisch gewertete TV-Duell im US-Präsidentschaftswahlkampf hatte den deutschen Leitindex DAX am Mittwoch zwischenzeitlich um rund ein Prozent ins Minus gedrückt, bevor eine Reihe erfreulicher Konjunkturnachrichten aus den USA für etwas Entspannung sorgten. Am Ende schloss der Dax 0,51 Prozent tiefer bei 12.760,73 Punkten.

"Auch wenn nicht wirklich viele ein geordnet ablaufendes und durch Sachlichkeit geprägtes TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden erwartet hatten, die Präsidentschaftsdebatte hätte kaum chaotischer ausfallen können", stellte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axitrader fest. "Damit wächst unter den Investoren zunehmend die Angst, dass auch die Wahl selbst im Chaos enden könnte, falls Trump eine eventuelle Niederlage nicht akzeptieren sollte."

Die Konjunkturnachrichten aus den USA aber erfreuten die Anleger: So ist die Beschäftigung in der Privatwirtschaft im September laut dem Arbeitsmarktdienstleister ADP deutlich stärker als im Vormonat gestiegen. Zudem war die Wirtschaft der USA im zweiten Quartal etwas weniger drastisch eingebrochen als bisher bekannt.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Covestro als klares DAX-Schlusslicht mit einem Kursverlust von mehr als sieben Prozent im Fokus. Der Kunststoffkonzern will dem niederländischen Chemiekonzern Royal DSM dessen Sparte für harzbasierte Farben und Anstriche für gut 1,6 Milliarden Euro abkaufen. "Die Übernahme erscheint auf den ersten Blick teuer", sagte Analyst Markus Mayer von Baader.

Die Aktien des Leasingspezialisten Grenke setzten zur Erholung an und gewannen an der MDax-Spitze 4,6 Prozent. Der sogenannte Shortseller Viceroy, der auf fallende Kurse gewettet und mit seinen Vorwürfen Mitte des Monats für eine Kurshalbierung gesorgt hatte, reagierte nun auf das Interview von Unternehmensgründer Wolfgang Grenke im "Handelsblatt". Viceroy sah die Aussagen "voller Widersprüche und selbstbelastend".

Die Papiere von S&T büßten als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax 5,7 Prozent ein. Der österreichische IT-Dienstleister hatte nach einer kritischen Analystenaussage seine Jahresziele bestätigt.

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