Fußball: Spanien hakt Elferdrama um Ramos ab - Deutschland wartet

Frankreich sicherte sich vorzeitig das Final-Four-Ticket

Sergio Ramos ist am Samstagabend im Fußball-Nations-League-Spiel Spaniens gegen die Schweiz (1:1) im Blickpunkt gestanden. Erst löste er mit seinem 177. Teameinsatz Italiens Tormann-Legende Gianluigi Buffon als den Europäer mit den meisten Länderspielen ab, dann vergab er gleich zwei Elfmeter (58., 80.). Deutschland übernahm mit dem 3:1 gegen Ukraine die Führung in Gruppe A4, am Dienstag steht in Sevilla das Gipfeltreffen mit den Iberern um den Aufstieg an.

Für die Spanier bedeutete das 1:1 in Basel gegen die Eidgenossen einen Rückschlag. Sie müssen den Showdown gewinnen, wenn sie sich noch für die Endrunde der Nations League von 6. bis 10. Oktober 2021 qualifizieren wollen. Ramos erhielt nach dem Elfer-Drama und vor der schwierigen Aufgabe sofort Rückhalt von Teamchef Luis Enrique. "Hätte es einen dritten Elfmeter gegeben, hätte er ihn geschossen. Er schießt alle unsere Elfmeter", erklärte Enrique und verwies darauf, dass der Innenverteidiger von Real Madrid zuvor 25 Strafstöße nacheinander verwandelt hatte.

Genau darauf war Tormann Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach, der zuvor in 57 Länderspielen keinen einzigen Penalty pariert hatte, aber vorbereitet - wie man in der 58. und 80. Minute erkennen konnte. "Dass ich zwei Penaltys von Ramos halte, ist ein tolles Gefühl. Da wir in der Champions League mit Mönchengladbach auch gegen ihn mit Real Madrid spielen, habe ich mich mit seinen Penaltys schon befasst", verriet er. Erst in der 89. Minute musste er das Gegentor durch Gerard Moreno hinnehmen.

"Wir haben viel Teamgeist gezeigt. Wir haben bewiesen, dass wir leiden können und fähig sind, gegen einen ganz starken Gegner auch schmutzige Arbeit zu verrichten", sagte Teamchef Vladimir Petkovic. Auf diese Mannschaft müsse man stolz sein.

DFB-Teamchef Joachim Löw blickte nach dem Erfolg über die Ukraine in Leipzig sofort auf das Spanien-Match. "Unser Anspruch ist es, nach Spanien zu fahren und zu sagen, wir wollen das Spiel gewinnen und nicht irgendetwas verteidigen. Wir spielen in Spanien nicht auf einen Punkt", erklärte Löw. Der Doppelpack von Timo Werner und der erste DFB-Treffer von Leroy Sane nach dessen Kreuzbandriss bestätigten Löw in seinem allen Widerständen trotzenden Erneuerungskurs Richtung EM 2021. "Dass ich hier in Leipzig, wo ich vier Jahre lang gespielt habe und viel Spaß hatte, zwei Tore mache, ist natürlich fantastisch", sagte der 24-jährige Werner.

Ein Remis in Andalusien würde nun zwar schon für den Gruppensieg und die Teilnahme am Nations-League-Finalturnier reichen, doch Löw machte deutlich: "Meine Maxime in der Vorbereitung auf ein Spiel ist immer, die Dinge so anzupacken, dass man eine Chance auf den Sieg hat." Mit einem Erfolg würde er zudem einen der wenigen weißen Flecke in seiner Vita tilgen. Spanien ist die einzige große Fußball-Nation, gegen die Löw in 14 Bundestrainer-Jahren noch kein Pflichtspiel gewonnen hat.

In der Gruppe A3 sicherte sich Frankreich vorzeitig das Final-Four-Ticket, der Weltmeister setzte sich gegen Portugal in Lissabon dank eines Treffers von N'Golo Kante (54.) mit 1:0 durch. "Die gesamte Mannschaft hat ein super Spiel gemacht und war super konzentriert", sagte Lucas Hernandez. "Eine super Truppe. Ein super Umfeld." Vom besten Match seit Monaten sprach Abwehrchef Raphael Varane. "Es hat Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen", stimmte Trainer Didier Deschamps in die Lobeshymnen ein. "Sie haben bewiesen, dass Frankreich immer eine große Mannschaft hat."

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