Gatterjagd im Burgenland - Tierschützer für Volksabstimmung

Tierschutz Austria und VGT: Per Gesetz ab 2023 festgelegtes Gatterjagd-Verbot soll beibehalten werden

Im Burgenland sollte gemäß dem 2017 beschlossenen Jagdgesetz ab 2023 ein Gatterjagd-Verbot gelten. Dass das Jagen im Gatter aufgrund einer Gesetzesnovelle nun doch weiterhin erlaubt bleiben soll, stößt bei Tierschützern auf Kritik: Tierschutz Austria (TA, vormals Wiener Tierschutzverein) und der Verein gegen Tierfabriken (VGT) appellierten deshalb am Mittwoch an die burgenländische Bevölkerung, eine Volksabstimmung gegen die Aufhebung des Gatterjagd-Verbots zu erwirken.

Das Ergebnis einer Volksabstimmung wäre für die Landesregierung bindend. Um die Abhaltung einer Volksabstimmung zu erwirken, müssten allerdings 12.000 Bürgerinnen und Bürger dies mit ihrer Unterschrift verlangen. Unterstützer wurden ersucht, die unterschriebenen Anträge bis 1. Dezember per Post oder per E-Mail an Tierschutz Austria zu retournieren.

Aus Sicht von Tierschutz Austria ist die Vorgehensweise, durch die Gesetzesnovelle das Verbot der Gatterjagd wieder aufzuheben, verfassungswidrig. Denn eine Gesetzesänderung in jene Richtung, die einen bereits errungenen Tierschutzstandard zurücksetze, widerspreche klar dem seit 2013 in der Verfassung verankerten Staatsziel Tierschutz, argumentiert TSA. Man habe dazu bereits in der Begutachtungsfrist eine Stellungnahme abgegeben. Ein Appell per Brief an Tierschutzminister Rudolf Anschober (Grüne) folge in Kürze, hieß es.

"Diese perversen Auswüchse der Jagd haben in Österreich keinen Platz", stellte TSA-Vereinspräsidentin Madeleine Petrovic fest. Die Burgenländer könnten jetzt zum Vorreiter für ganz Österreich werden und zeigen, "dass sie dieses brutale, feuchtfröhliche Schauspiel zum Amüsement gut betuchter Freizeitjäger nicht länger dulden wollen."

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