Grasser-Prozess - Richterin erwägt Vorführung von Plech

Verlesungen aus dem umfangreichen Gerichtsakt gehen weiter

Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere rund um die Bundeswohnungsprivatisierung (Buwog u.a.) und das Linzer Bürohaus Terminal Tower gehen heute die Verlesungen aus dem überaus umfangreichen Gerichtsakt weiter. Richterin Marion Hohenecker leitete den 162. Verhandlungstag mit Überlegungen zum mitangeklagten, aber abwesenden Makler Ernst Karl Plech ein.

Es gebe einen Gutachterstreit um die Verhandlungsfähigkeit bzw. -unfähigkeit des Angeklagten, so die Richterin. Sie könne bisherige Aussagen von Plech verlesen, auch eine Vorführung mit Zwangsmitteln sei möglich. Der Gerichtsgutachter hat Plech Verhandlungsfähigkeit attestiert, dieser hat dem widersprochen und sieht sich aus gesundheitlichen Gründen nicht verhandlungsfähig. Plech nimmt seit langem nicht mehr an der Hauptverhandlung teil. Plech war Aufsichtsratspräsident der Bundeswohnbaugesellschaft Buwog und soll laut Anklage bei der Millionenprovision der bei der Buwog-Vergabe siegreichen Immofinanz mitprofitiert haben, was er bestreitet.

Für die Verlesungen aus dem Gerichtsakt müssen heute wieder alle Angeklagten anwesend sein, auch die Beschuldigten aus der Linzer Causa und Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer, der nur im Komplex Telekom-Valora angeklagt ist. Insgesamt lauschen heute dreizehn Angeklagte und ihre Verteidiger den Verlesungen der Richterin. Neben dem Richtertisch im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts sind zahlreiche Bände aus dem Akt aufgestapelt.

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