Grazer Musikverein zeichnete szenischen "Don Giovanni" auf

Junge Künstlerinnen und Künstler der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker - Live im Herbst, als Stream und in ORF III bereits im Frühling - BILD

Ein ungewohntes Bild hat der Grazer Stefaniensaal am Montagabend geboten, als der Musikverein seine Produktion von Mozarts "Don Giovanni" aufzeichnete. Die szenische Aufführung wäre - wie so viele Konzertereignisse - der coronabedingten Schließung zum Opfer gefallen, nun kann sie schon bald dem Publikum zugänglich gemacht werden. Sänger und Musiker der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker musizierten mit viel Esprit und bewiesen ungetrübte Spielfreude.

Die Bestuhlung war aus dem Saal entfernt worden, dafür gab es zwei mittels Steg verbundene Podeste als Spielfläche. Zwei rote Stoffbahnen verdeckten die Orgel und verliehen der Bühne einen dramatischen Touch. Die Lichteinstellungen schufen eine ungewöhnlich magische Atmosphäre, anders als man es von der naturgemäß zurückgenommenen Beleuchtung bei Konzerten gewöhnt ist.

Wie sich zeigte, braucht Mozarts große Oper nicht viel Aufwand, wenn die Basis stimmt. Auch ohne Chor und etwas gekürzt entfaltet das Werk seine düstere Faszination. Die Regie von Wolfgang Gratschmaier und Stephanie Schimmer zeigte turbulentes Treiben, bei dem vor allem die Frauen hinter den Männern her waren, Diener noch liebenswerte Tölpel sein dürfen und selbst die Höllenfahrt nicht ganz so tragisch ist. Letztlich steht das Zwischenmenschliche bei dieser Aufführung im Vordergrund, und das ist den Sängerinnen und Sängern sowie dem Orchester unter der Leitung von Andrea Alessandrini gut gelungen.

Ab wann genau der Film auf der Website verfügbar sein wird, ist noch nicht klar. Es erfolgt auch eine Ausstrahlung in ORF III, und für 17. September ist eine Liveaufführung vor Publikum geplant. Der Musikverein hat erst kürzlich ein Konzert unter der Leitung von Milan Turkovic per Stream zugänglich gemacht und damit einen guten Erfolg verbucht: "Wir hatten über tausend Zugriffe", erklärte Musikverein-Generalsekretär Michael Nemeth gegenüber der APA erfreut. Weitere Streaming-Projekte sind daher in Planung.

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