Impfstoffproduzenten: Bisher keine Gespräche über Sputnik-Produktion

Branchenverband: Selbst bei vorhandener Kapazität würde Umrüstung Monate dauern

Die Entwickler des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V verhandeln nach russischen Angaben mit österreichischen Impfstoffherstellern über eine Produktion des Vakzins in Österreich und den anschließenden Export in andere Länder. Das erklärte der Leiter des russischen Staatsfonds, der den Corona-Impfstoff Sputnik V finanziert hat und nun vermarktet, Kirill Dmitrijew, vor kurzem im ORF-Radio. Beim Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) weiß man davon aber nichts.

"In Österreich haben wir nur einen Impfstoffproduzenten", sagte die Präsidentin des österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renee Gallo-Daniel, zur APA. "Das ist Pfizer mit seiner Produktionsstätte in Orth an der Donau. Für den Impfstoffproduzenten Pfizer, das ist ja auch mein Arbeitgeber, kann ich sagen, laufen diese Gespräche nicht."

Daneben gebe es in Österreich auch Impfstoffhersteller, die in Österreich einen Vertrieb haben, oder auch kleinere Biotech-Unternehmen. Da habe es einzelne Anfragen gegeben, ob es möglich wäre, diese Impfstoffe in Österreich zu produzieren, "aber man muss auch dazusagen: Produktionsstätten gibt es keine".

Es gebe Unternehmen, die Lohnfertigungen für pharmazeutische Produkte durchführten, und diese hätten sich teilweise direkt an Pfizer gewandt mit dem Angebot, eine Wirkstoffproduktion aufzubauen oder die Abfüllung zu übernehmen. "Das ist wunderbar, aber das dauert alles Monate bis Jahre." Selbst wenn es in Österreich eine Produktionsstätte mit verfügbarer Kapazität gäbe, würde eine Umrüstung für die Produktion des Sputnik-Vakzins Monate dauern, betonte Gallo-Daniel. "Selbst die Produktionsstätte in Orth an der Donau umzurüsten dauert Monate, das geht gar nicht." Überdies sei der Wirkstoff in der EU noch gar nicht zugelassen.

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